Abstinenz:– von der christlichen Idee zur Richtlinie der Politik

Hanfblatt Nr. 119 Wie die strenge Enthaltsamkeit zum Leitbild der modernen Drogenpolitik wurde Die zentrale Bedeutung und zugleich Zweischneidigkeit des Abstinenzgedankens wird in der aktuellen Diskussion um die Heroinabgabe an Schwerstabhängige sehr deutlich. CDU/CSU wehren sich seit Jahren gegen die Abgabe, weil, so beispielsweise die drogenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Maria Eichhorn (CSU), „die Heroinbehandlung zu einer Dauerabgabe des Suchtstoffs führt, das Ziel der Abstinenz wird dabei aus den Augen verloren“.…

Der mobile Kunde im Visier

Telepolis, 08.12.2005 Ein jetzt veröffentlichter Städte-Atlas macht Passanten-Werbung zielgenau In einem fast drei Jahre dauernden Entwicklungsprozess und geschätzten Projektkosten von über einer Million Euro erstellten das Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente Systeme ( AiS (1)) und der Fachverband Außenwerbung ( FAW (2)) einen „Frequenzatlas“ für die großen Städte Deutschlands. Mit ihm lässt sich sehr genau feststellen, wie viele Konsumenten sich an welchem Punkten der Stadt bewegen.…

Interview R.U. Sirius über sein Buch Countercultures trough the Ages

telepolis v. 5.12.2005 Spuren des Protests Interview mit dem Veteranen des Cyberspaces, R. U. Sirius, über Gegenkulturen, die 60er Jahre und den “Do It Yourself”-Anspruch Der Acid-Papst Timothy Leary hatte ihn einst auf die Idee gebracht eine Historie der Gegenkulturen zu schreiben. Ken Goffman, besser bekannt unter seinem Künstlernamen R. U. Sirius, nahm das ernst. In seinem Buch „Countercultures Through the Ages“ (http://www.counterculturethroughtheages.com/) erzählt Goffman nun die Geschichte des stillen und lauten Protests gegen den herrschenden Geist.…

Rezension Wolfgang Schneider: Die „sanfte“ Kontrolle, Suchtprävention als Drogenpolitik

HanfBlatt Nr. 106 Irrweg Suchtprävention Zwei Dinge hat sich der Drogen-Wissenschaftler Wolfgang Schneider in seinem neuesten Buch vorgenommen. Zum einen will er beweisen, dass die sogenannte „Suchtprävention“, also das frühe Verhindern von Abhängigkeit, ein Irrweg der Drogenpolitik ist. Zum anderen will er die Rolle der „akzeptierenden Drogenarbeit“ in diesem Konzept der „Suchtprävention“ aufzeigen und sie aus ihren Verstrickungen damit lösen. Teils provokant-amüsant, teil verklausuliert beschreibt Schneider die Rahmenbedingungen moderner Präventionsarbeit: Aus seiner Sicht ist der potentielle Drogenkonsument zum Objekt der Begierde fürsorglicher Kontrollstrategien degeneriert – ob er nun will oder nicht.…

Die Hanfapotheke – Interview mit Franjo Grotenhermen

HanfBlatt, Nr. 98, November/Dezember 2005 Interview mit Dr. Franjo Grotenhermen vom Solidaritätskreis Hanfapotheke HanfBlatt
Im Internet gibt es eine neue Webseite, die neugierig macht: www.hanfapotheke.org. Was darf man sich unter der Hanfapotheke vorstellen? Franjo Grotenhermen
Die Hanfapotheke hilft Schwerkranken, die sich in einer Notlage befinden, konkret und ganz praktisch, indem sie ihnen hilft, ihr Medikament zu erhalten. Die Hanfapotheke lebt davon, dass es Menschen gibt, die bereit sind, kostenlos Cannabis an diese Patienten abzugeben.…

Die Weltreligionen und ihr Verhältnis zum Rausch – Das Christentum

HanfBlatt, Nr. 98, November/Dezember 2005 Die Weltreligionen und ihr Verhältnis zum Rausch Teil 1 Das Christentum Es ist schon so eine Sache mit den Christen. Als kleine jüdische Sekte entstanden, ist das Christentum heute mit rund 2 Milliarden Anhängern die erfolgreichste Religion weltweit. Die Liebe zu Gott und dem nervigen Nachbarn steht im Vordergrund der Lehre, um aber korrekt christlich glauben zu können muss man ein paar weitere Grundsätze akzeptieren.…

Experimental Tourism in New York

Woman, November 2005 Zwei Menschen sollen sich im Big Apple wiederfinden Claudia und Jörg Auf dem Hövel Claudia: Den Spontantrip haben wir Joël Henry zu verdanken. Er ist Franzose und Erfinder und hat sich Experimental Travel ausgedacht. Eine spielerische, neue Art, fremde Orte zu erkunden – und eine Kampfansage an das pauschale Einerlei. 40 verschiedene Reisemethoden hat er zu diesem Zweck entwickelt, eine sollen wir testen: getrennt in eine fremde Stadt zu fahren und uns zu finden, indem wir unsere Intuition zum Reiseführer machen.…

Wie München ist

Warum München die Hauptstadt Deutschlands ist Oktober 2005 Sonnenpfützen schimmern auf Sitzflächen. Ein Cafe in Hamburg, Stühle und Bänke stehen vor der Fensterfront, Linden tröpfeln ihre klebrigen Tränen. Zum Espresso wird ein Glas Wasser gereicht, Tageszeitungen mit Holzhalter liegen auf den Tischen, hier bleibt man sitzen. Frank, ein Dreißiger mit wenig Haaren, hält mit dem Fahrrad an. „Ey, Frank, alter Lappen, was geht ab?“, tönt es fordernd neben ihm.…

Reine Ruhe statt Radau und Rabatz

Telepolis, 18.10.2005 Nach dem Feinstaub erscheint die nächste EU-Richtlinie am Horizont, die vor allem eine Reduzierung des Verkehrslärms zur Folge haben wird Die Auflage aus Brüssel ist eindeutig: Der Lärm in den europäischen Ballungszentren soll abnehmen, bis 2008 müssen Maßnahmen entworfen sein, die helfen, dass es hier erheblich leiser wird. Der Bundestag übernahm das EU-Verdikt aus dem Jahre 2002 mit dem Namen EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm (1) erst im Juni 2005.…

Rezension: Mind-Altering and Poisonous Plants of the World

HanfBlatt Nr. 119 Mind-Altering and Poisonous Plants of the World Eine weitere Enzyklopädie bewusstseinsverändernder und giftiger Pflanzen Südafrika ist ein Land mit einer bedeutenden psychoaktiven Flora. Der Konsum des lokalen Rauschhanfes („Dagga“, „Insango“) hat eine Jahrhunderte zurück reichende Geschichte. Leider besteht dort nach wie vor ein das gestürzte weisse Apartheitregime überdauerndes ursprünglich rassistisch motiviertes Cannabisverbot. Trotzdem wird der Hanf weiterhin als Genuss- und Heilmittel gebraucht.…