Rezension: Grice Scott – Die schönen Blödmacher

HanfBlatt Nr. 109 Schön ist, wenn bereits der Titel eines Buches so viel über dessen Inhalt aussagt, dass ein unsinniger Kauf vermieden werden kann. Im englischen Original heißt das Buch von Trevor Grice und Tom Scott „The Great Brain Robbery“, die deutsche Übersetzung „Die schönen Blödmacher“. Beide Titel weisen auf die einseitige und vereinfachte Darstellung eines an sich komplexen Sachverhalts hin.…

Die Macht der Pharma-Portale erbost das Kartellamt

Spiegel Online v. 15.10.2008 Ärzte müssen sich seit 2004 regelmäßig fortbilden – eine gute Idee, schlecht umgesetzt. Denn viele wichtige Web-Kurse für Mediziner werden von der Pharmaindustrie gesponsert oder selbst betrieben, Produktwerbung inklusive. Jetzt will das Kartellamt einschreiten. Alles begann mit einer guten Idee. Damit ihre Heilmethoden auf dem neuesten Stand sind, sollten sich alle deutschen Mediziner regelmäßig weiterbilden. Auch die abgelegensten Arztpraxen der Republik sollten vom wissenschaftlichen Fortschritt durchdrungen werden und zeitgemäße Therapien anbieten.…

Der Riambakultus – Aus einem Vortrag von Franz von Winckel (1890)

Der Riambakultus Aus einem Vortrag von Franz von Winckel (1890) Der in Berleburg/Westfalen geborene Geheime Medizinal-Rat Professor Franz Karl Ludwig Wilhelm von Winckel (1837 – 1911) war ein bedeutender Gynäkologe und Direktor der Königlichen Universitäts-Frauenklinik in München. Er war ein Freund des öffentlichen Vortragswesens. Im Volksbildungsverein München hielt er am 19. Februar 1890 einen langen Vortrag mit dem Titel „Über die Bedeutung des indischen Hanfs im Menschen- und Völkerleben.“ In diesem vereint er ein interessantes Potpourri des damaligen, von Mythen, negativen Vorurteilen und Halbwissen geprägten Kenntnisstandes zu Geschichte und medizinischer Erforschung des indischen Hanfs und seiner teilweise in sich widersprüchlichen Ansichten dazu.…

Rezension Broeckers/Liggenstorfer: Albert Hofmann und die Entdecktung des LSD

HanfBlatt Nr. 101 Auf dem Weg nach Eleusis. Albert Hofmann und das LSD. Der Schweizer Chemiker Albert Hofmann durfte am 11. Januar 2006 in Basel seinen 100. Geburtstag feiern. Weltberühmt ist er für seine zufällige Entdeckung der erstaunlichen Wirkungen des LSD (LysergSäure-Diäthylamid) im Jahre 1943. Er arbeitete damals für den Pharmakonzern Sandoz (heute Novartis) und hat später immer wieder ausgiebig von diesem Ereignis erzählt.…

Ephedra – Natürliche Stimulation durch Ephedrin

HanfBlatt, August 2004
(aktualisiert August 2008) Natürliche Stimulation durch Ephedrin Wer meint, sich stimulieren zu müssen, aber dabei auf synthetische Amphetamine, gemeinhin als „Speed“ bekannt, verzichten möchte, der kann im Pflanzenreich fündig werden. Wenn man von den beliebten coffeinhaltigen Anregungsmitteln einmal absieht, wird man unweigerlich auf die zahlreichen über trockenere Gebiete des Planeten verbreiteten Meerträubelarten stoßen, botanisch Ephedra genannt. Es handelt sich um niedrige besenartig verzweigte Büsche oder Sträucher mit dünnen immergrünen Ästchen, die an Schachtelhalm erinnern, und unscheinbaren schuppenförmigen Blättern.…

Rezension DJ Elbe – Sand Pauli

HanfBlatt Nr. 109   Kernige Hammond-Riffs treffen auf Electro-Pop, Sitar-Anmutungen auf fluffige Elektronica, satte Baselines auf die Wellenlänge eines Strandtages. Handfest-sphärisches aus der Hansestadt Hamburg. Der Mann der tausend Namen (Meyerman, Elfenmaschine, DJ Kekse), Sven Meyer vom Hamburger Hanffest, seine Bands und Projekte spülen den Sound des neuen Jahrtausends durch die Ohren. „Sand Pauli“ lässt uns im mühelos-anregendem Raum zwischen Retrospektive und Futuristik liegen lernen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.…

Das Ende der Akzeptierenden Drogenarbeit?

Juli 2008 Ein Abgesang Die Akzeptierende Drogenarbeit als Gegenentwurf zum Abstinenzparadigma der herrschenden Drogenpolitik scheint am Ende zu sein. Es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Zunächst ein Rückblick: Während des ersten großen Drogenkonsumbooms in den 60ern und Anfang der 70er keimten in einer Phase der Orientierungslosigkeit auf staatlicher Seite aus der linken Szene gewachsene offene Hilfsprojekte wie „Release“ auf. Für kurze Zeit (1970 bis 1975) konnten sie eine Alternative zur damaligen Psychiatrisierung sprich Einweisung der Konsumenten illegaler Drogen in die Irrenanstalten bieten.…

Placebos: Warum der Schein besser wirkt als nichts

DIE WELT, 11.Juli 2008 Jörg Auf dem Hövel Auch ohne den naturwissenschaftlichen Nachweis einer Wirkung können Placebos den Patienten heilen: Wie genau der Effekt entsteht, ist unklar, da die Gesundung nicht unbedingt auf die Einnahme eines Placebos zurückzuführen ist. Doch Mediziner versuchen von den Erfolgen der Scheinbehandlungen zu lernen. Eine Mutter aus Maryland (USA) hat einen kleinen Internet-Shop eröffnet: „Efficacy Brands“.…

Eine kurze Geschichte der Orgie

HanfBlatt Nr. 115, Juli 2008 Sex, Drogen, alles außer Rand und Band Eine kurze Geschichte der Orgie Kaum jemand kann sich der Faszination der Orgie entziehen, sei es aus Begeisterung, sei es aus Abscheu. Die lustvolle Hemmungslosigkeit beflügelt die Phantasie. Welche Funktion hatte die Orgie in der Geschichte? Und spielt sie heute noch eine Rolle in der Gesellschaft? Die klassischen Griechen hatten schon Jahrhunderte vor dem Erscheinen von Jesus Christus einen speziellen Gott, nämlich Dionysos.…

Das Ying und Yang der Cannabis-Psychose

HanfBlatt Nr. 115, Juli 2008 Die Mischung macht’s Das Ying und Yang der Cannabis-Psychose Mittlerweile gilt in Wissenschaftskreisen als gesichert, dass Cannabis-Konsum eine latent vorhandene Psychose zum Ausbruch bringen kann. Zwar ist nur etwa ein Prozent der Bevölkerung anfällig für diese Krankheit, wer allerdings in dieser Gruppe kifft, erhöht sein Risiko, dass eine Psychose tatsächlich ausbricht. Nun finden sich unter Psychosepatienten häufig Cannabiskonsumenten.…