Das Ende der Akzeptierenden Drogenarbeit?

Juli 2008 Ein Abgesang Die Akzeptierende Drogenarbeit als Gegenentwurf zum Abstinenzparadigma der herrschenden Drogenpolitik scheint am Ende zu sein. Es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Zunächst ein Rückblick: Während des ersten großen Drogenkonsumbooms in den 60ern und Anfang der 70er keimten in einer Phase der Orientierungslosigkeit auf staatlicher Seite aus der linken Szene gewachsene offene Hilfsprojekte wie „Release“ auf. Für kurze Zeit (1970 bis 1975) konnten sie eine Alternative zur damaligen Psychiatrisierung sprich Einweisung der Konsumenten illegaler Drogen in die Irrenanstalten bieten.…

Placebos: Warum der Schein besser wirkt als nichts

DIE WELT, 11.Juli 2008 Jörg Auf dem Hövel Auch ohne den naturwissenschaftlichen Nachweis einer Wirkung können Placebos den Patienten heilen: Wie genau der Effekt entsteht, ist unklar, da die Gesundung nicht unbedingt auf die Einnahme eines Placebos zurückzuführen ist. Doch Mediziner versuchen von den Erfolgen der Scheinbehandlungen zu lernen. Eine Mutter aus Maryland (USA) hat einen kleinen Internet-Shop eröffnet: „Efficacy Brands“.…

Eine kurze Geschichte der Orgie

HanfBlatt Nr. 115, Juli 2008 Sex, Drogen, alles außer Rand und Band Eine kurze Geschichte der Orgie Kaum jemand kann sich der Faszination der Orgie entziehen, sei es aus Begeisterung, sei es aus Abscheu. Die lustvolle Hemmungslosigkeit beflügelt die Phantasie. Welche Funktion hatte die Orgie in der Geschichte? Und spielt sie heute noch eine Rolle in der Gesellschaft? Die klassischen Griechen hatten schon Jahrhunderte vor dem Erscheinen von Jesus Christus einen speziellen Gott, nämlich Dionysos.…

Das Ying und Yang der Cannabis-Psychose

HanfBlatt Nr. 115, Juli 2008 Die Mischung macht’s Das Ying und Yang der Cannabis-Psychose Mittlerweile gilt in Wissenschaftskreisen als gesichert, dass Cannabis-Konsum eine latent vorhandene Psychose zum Ausbruch bringen kann. Zwar ist nur etwa ein Prozent der Bevölkerung anfällig für diese Krankheit, wer allerdings in dieser Gruppe kifft, erhöht sein Risiko, dass eine Psychose tatsächlich ausbricht. Nun finden sich unter Psychosepatienten häufig Cannabiskonsumenten.…

Rezension Bommi Baumann: Rausch und Terror

HanfBlatt Nr. 117 Bommis innerer Terror Wer nur grünen Tee und ab und zu eine Sportzigarette gewöhnt ist, der sollte dieses Buch mit Vorsicht genießen. Nüchternheit sollte man nicht erwarten. Der heute 61-jährige Michael „Bommi“ Baumann führt den Leser auf einen schmalen Grad. Auf der einen Seite liegen die vehement beschriebenen Abgründe seiner Drogensucht und seines Persönlichkeitszerfalls, auf der anderen Seite faszinierenden Reiseberichte aus dem Afghanistan der 70er Jahre und die zeitweise erhellende Analysen der damals entstandenen und bis heute herrschenden Drogenökonomie.…