Ein Vergleich der giftigen Inhaltsstoffe von Tabak und Marihuana

Hanfblatt Nr. 114, Mai 2008

Zieh durch!

Ein Vergleich der giftigen Inhaltsstoffe von Tabak und Marihuana

In der Diskussion um die Gefährlichkeit des Cannabiskonsums ist ein Argument immer wieder zu hören: Marihuana-Rauch sei mit erheblich mehr giftigen Inhaltsstoffen belastet als Tabakqualm. Eine Studie im Auftrag des kanadischen Gesundheitsministeriums fand nun heraus: Das stimmt so nicht.

Für den Versuch nutzte man getrocknete Cannabisbuds der Firma Prairie Plant Systems, die ihm kanadischen Saskatoon für das Gesundheitsministerium Cannabis anbaut. Sowohl der Marihuana-Spliff als auch die Tabak-Zigarette wurden von standardisierten Rauchmaschinen eingeatmet, die den menschlichen Lungenzug recht gut imitieren.

Zieht man normal an einer Zigarette oder an einem Spliff fluten etwa 40 mg Teer in die Lunge, dies ist bei beiden Rauschdrogen ähnlich. Zieht man stark, strömen rund 80 mg Teer bei der Zigarette und rund 100 mg Teer beim Spliff ein. Dieser Unterschied in der Menge hängt wahrscheinlich mit dem unterschiedlichen Abbrennprozess der Pflanzenteile zusammen. Ein deutlicher Unterschied ergab sich bei Ammoniak. Dieses wurde in einer etwa 20-mal so hohen Konzentration im Cannabis gefunden. Das ist wahrscheinlich durch die sehr nitrathaltigen Düngemittel bedingt. Aber auch die Höhe der Verbrennungstemperatur spielt eine Rolle bei der Ammoniakbildung.

Auch andere Verbindungen wurden im Cannabisrauch verstärkt nachgewiesen: Blausäure (HCN) kam rund 2,5 mal so oft vor, Stickstoffmonooxid (NO) in etwa 4-mal so hoher Konzentration. Dazu waren einige aromatische Amine in 3- bis 5-mal so hoher Konzentration wie im Tabakrauch vorhanden. Schwermetalle wie Kadmium, Quecksilber und Blei wurden dagegen im Marihuanaqualm im Vergleich in deutlich niedrigeren Konzentrationen gefunden. Auch dies hängt vermutlich mit den Anbaumethoden zusammen. Wird Tabak wird nämlich auf Böden angebaut, der mit Schwermetalle kontaminiert ist, nimmt die Pflanze diese Stoffe auf. Die Spliffs enthielten im Vergleich zu den Zigaretten zudem geringere Konzentrationen an niedrigmolekularen Carbonyl-Verbindungen wie Formaldehyd und Azetaldehyd, sowie an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen.

Die kanadische Studie um ihren Autor David Moir bestätigt frühere Experimente, die im Cannabisrauch viele der gleichen Chemikalien wie im Tabakrauch gefunden haben. Eine Bewertung der vorhandenen Unterschiede ist daher nicht einfach. Zunächst muss festgestellt werden, dass die Verbrennung von Tabak- oder Marihuana-Pflanzenmaterial eine komplexe Mischung von Chemikalien hervorbringt, deren Zusammenspiel noch nicht vollständig verstanden ist. Sodann ist zu konstatieren, dass es darunter Substanzen gibt, die aufgrund ihrer krebserzeugenden Eigenschaften in besonders schlechtem Ruf stehen. Neben Teer sind das vor allem die Schwermetalle und die Nitrosamine. Letztere kommen im Marihuanaqualm nicht vor. Das nicht als krebserregend, sondern als „krebserregend-verdächtig“ beschriebe Formaldehyd kommt in beiden Zigarettenarten vor, allerdings etwas niedrigeren Werten im Gras. Dagegen ist das erhöhte Vorkommen der giftigen Blausäure im Cannabisrauch beunruhigend. Die kanadischen Forscher wollen nun in einem neuen Experiment die Toxizität von Tabak- und Marihuana Rauchkondensaten in drei verschiedenen biologischen Systemen testen.

Eine Verbindung zwischen Krebs und dem Rauchen von reinem Marihuana ist bislang nicht bewiesen. Aufatmen kann da kein Kiffer, denn die westeuropäische Konsumkultur mischt ja bekannterweise zumeist Marihuana oder Haschisch mit Tabak zu den beliebten Joints. Die kanadische Studie zeigt erneut, dass diese Sitte der Gesundheit abträglich ist, denn so mischen sich auch die gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe der beiden Pflanzen.

 

 

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Quellenangabe?
    Ansonsten guter kurzer Bericht.
    Trotzdem ein paar Fehler drinne wie hier:
    „Wird Tabak wird nämlich auf Böden angebaut, der mit Schwermetalle kontaminiert ist, nimmt die Pflanze diese Stoffe auf. „

  2. Danke für den Hinweis mit den kontaminierten Böden. Warum wir uns statt unseren Bauern in Europa zu helfen Dreck aus anderen Ländern zumuten ist mir ein Rätsel. Allein durch die Fliegerei wird ja die Umwelt auch zusätzlich vergiftet. Wollten die Apfelbauern in Deutschland aufgeben?
    Oder die Olivenbauern im Süden? Die EU und unsere Politiker machen nur Fehler. Wenn wir uns auf Äpfel von Übersee verlassen, na dann gute NACHT Europa. Das ist bösartig und läuft seit Jahren über die Politik gesteuert.
    Ich möchte nicht wissen, wie viel Kleinbauern in Ungarn, Rumänien und Bulgaren sie endgültig ruiniert haben.
    Zum Schluss bauen sie Cannabis an. Wahrscheinlich noch als Schlankheitsmittel.
    Die haben denen dort das Land weggenommen statt Ihnen vor Ort zu helfen. Damit auch ja kein Kind von Ihnen hier in Nordeuropa und Deutschland Erntehelfer werden muss.

  3. Völlig ohne Angaben von Quellen. Keine Verlinkungen zu irgendeiner Studie oder sonst etwas. Daher nicht Vertrauenswürdig. Zumal hier auch ohne Ende mit falschem Halbwissen und Vermutungen um sich geworfen wird.

    • Ich finde es persönlich auch etwas fragwürdig, dass bei den Inhaltsstoffen, die in Cannabis in höheren Konzentrationen vorhanden sind, immer angegeben ist, um wie viel mehr es sich handelt, allerdings bei den Stoffen, die in Zigaretten vermehrt drin sind, nur da steht: „in deutlich niedrigeren Konzentrationen“. „Deutlich“ ist subjektiv, das kann auch 1,00000001 heißen. Das sind eindeutig Manipulationstechniken, die da angewandt werden.

  4. Teer in Cannabis?!
    TEER(!?) in einem puren Cannabis „Spliff“?
    Wenn in einem „Spliff“ der mit Tabak gemischt wurde.
    Wer hat euch eigtl. in den Kaffee geschissen?

    Diese Art von inkompetenter Kacke ist Schuld an dem ganzen falschen halbwissen mit dem um sich geschleudert wird!

  5. Beim Verbrennen pflanzlicher Materialien (Blätter, Blüten, etc.) unter niedrigen Temperaturen entsteht immer Teer.
    Soviel zum falschen Halbwissen…

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