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Rezension Harry G. Frankfurt – Bullshit

HanfBlatt Nr. 101

Darf man dieses Buch verschenken? Leicht könnte sich der Beschenkte der Laberei beschuldigt fühlen, aber schon Design und Haptik des kleinen Bändchens aus dem Suhrkamp-Verlag lassen den guten Willen des Schenkers erkennen. Der amerikanische Philosoph und Professor an der Universität Princeton Harry G. Frankfurt weiß, was Bullshit ist. In einem kurzen Essay klärt er die folgenden Fragen: Sind Bullshit und Humbug das gleiche? Wie unterscheidet sich der Bullshit von der offenen Lüge? Man greift den Worten des Professors nicht zuweit vor, wenn man sagt: Die Lüge unterscheidet sich vom Bullshit durch das unterschiedliche Verhältnis zur Wahrheit. Während die Lüge das Gegenteil der Wahrheit ist, bleibt sie dem Bullshitter schlicht gleichgültig. „Der Bullshitter“, so schreibt Frankfurt, „weist die Autorität der Wahrheit nicht ab und widersetzt sich ihr nicht, wie es der Lügner tut. Er beachtet sie einfach gar nicht.“
Zusätzlich klärt der Mann auch noch die Frage, warum es heute soviel Bullshit gibt. Bullshit sei immer dann unvermeidbar, „wenn die Umstände Menschen dazu zwingen, über Dinge zu reden, von denen sie nichts verstehen“. Und wie sollte das bei der Komplexität der Welt auch anders ein, könnte man hinzufügen.
Leider streift Frankfurt den Zusammenhang von Bullshit und Humor nicht, gleichwohl: Insgesamt ein erhellendes, gewitztes, anspruchsvolles und damit rundum empfehlenswertes Werk. Kein Scheiß.

Harry G. Frankfurt: Bullshit
Aus dem Englischen von Michael Bischoff
Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 2006
73 Seiten, gebunden
ISBN: 3518584502
8,– EUR

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Rezension Andreas Rosenfelder- Digitale Paradiese

HanfBlatt Nr. 113, März 2008

Computerfreak

Computerspiele waren über Jahrzehnte der Inbegriff purer Zeitverschwendung: Wer sich in digitalen Labyrinthen und Katakomben herumtrieb, verabscheute Frischluft, hatte keine Freunde und verdarb sich mit Monsterjagd und Punktesammeln das Gehirn. Diese Sicht hat sich geändert.
Andreas Rosenfelder gräbt sich in die Matrix und nimmt den Leser mit auf seine Tunnelfahrt durch die junge Kulturgeschichte der Games und die wichtigsten Spieletitel der letzten 30 Jahre. Der belesene Autor besucht einige Spieleschmieden und Games-Conventions auf der Welt, führt in die Zusammenhänge von normaler und virtueller Welt ein und knüpft immer wieder an literarische Vorbilder an, zitiert die Griechen und Montesquieu. Entwicklerstudios in der Ukraine, E-Sport-Olympiaden auf italienischen Formel-1-Strecken und Gamer-Expeditionen an die historischen Strände der Normandie: Die Orte wechseln, der Gamer bleibt.

Rosenfelders Unterfangen wird schon nach ein paar Seiten deutlich: Er möchte die PC- und Konsolenspiele auf die gleiche Stufe wie die literarische und cineastische Hochkultur heben – und überspannt dabei teilweise den Bogen. Denn anstatt systemstabilisierenden Effekten den Grund zu gehen oder in der Tiefe zu erläutern, warum Gamer zocken, plaudert Rosenfelder über Spielszenen, Polygone und Texturen und feiert die teilweisen dünnen Storys als „vollkommenen Zusammenfall von Ästhetik und Politik“.

Der Buchtitel „Digitale Paradiese“ spielt natürlich auf Baudelaires „Künstliche Paradiese“ an. Aus Rosenfelders Sicht sind diese Paradiese „rauschhafte Inselwelten, Gegenwelten zum durchorganisierten Alltagsleben“, anders gesagt: Fluchtorte. Aber alles wovor man flieht, das arbeitet Rosenfelder schön heraus, ist in den Spielen in veränderter Form wieder da: Arbeit, Leistung, Druck, Konkurrenz. Nur halt in verzauberter Form, was die bekannten Alltagseigenschaften wieder spannend macht. In den Phasen, wo Rosenfelder diesen Phänomenen nachspürt, ist das Buch besonders stark. Schön wäre gewesen, wenn er Baudelaires Titelvorgabe noch ein Stück weiter gefolgt wäre. Denn der französische Dichter sah in den künstlichen Paradiesen ja eben nicht nur Fluchtorte, sondern eine geheimnisvolle, aufblitzende Gegenwart der Ewigkeit. Diesen rauschhaften Aspekt der Games vernachlässigt Rosenfelder. Trotzdem ist das Buch ein ansprechendes Protokoll einer einsichtsvollen Entdeckungsreise. Wer sich von der hochtrabenden Sprache, die das einfach oft kompliziert ausdrückt, nicht abschrecken lässt, der erhält einen farbgewaltigen Einblick in eine der wichtigsten Kulturindustrien des 20. und 21. Jahrhunderts.

Andreas Rosenfelder: Digitale Paradiese. Von der schrecklichen Schönheit der Computerspiele.
Broschiert: 192 Seiten
Kiepenheuer & Witsch Verlag 2008
ISBN-10: 3462039555
8,95 EUR

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Rezension Ingo Niermann Adriano Sack: Breites Wissen

HanfBlatt Nr. 107

Registerfreaks

In den Zeiten der Unübersichtlichkeit sollen Listen und Lexika für Ordnung sorgen. Seit Ben Schotts Sammelsurium ist der Listenwahnsinn ausgebrochen, das Buch von Ingo Niermann und Adriano Sack setzt noch einen drauf. Sie führen uns in den Kosmos des „Breiten Wissens“, der „seltsame Welt der Drogen und ihrer Nutzer“. Auf knapp 200 Seiten folgt eine Liste nach der anderen: wer was mit welcher psychoaktiven Substanz mal angestellt hat und was sich mit den anderen noch anstellen lässt.

Auf der einen Seite ist es sicherlich Effekthascherei, eine Art „Gala“ der prominenten Kokser und User aufzuführen. Auf der anderen Seite: Bei dieser Menge an Informationen über Drogen ist es eine gewichtige Leistung der Autoren, wenig Fehler zugelassen zu haben. Von Harnsperre nach Engelstrompetenkonsum ist zwar in der Praxis wenig bekannt, auch von rektalen Kokain-Heroin-Cocktails bei Pferden träumte wohl nur Harry Anslinger. Die kürzeste Liste ist die der drogenfreien Musiker, hier steht nur der Name „Frank Zappa“ und auch das ist nicht ganz richtig, denn Zappa war zum einen die Wirkung von Marihuana wohlbekannt, er hat nur später nicht mehr gekifft, zum anderen war er starker Zigaretten-Raucher.

Das Buch durchzieht der Tonfall eines Johannes B. Kerner: „Es gibt ja Berichte, die besagen, dass sie ihre Frau schlagen. Ich sage das ja nicht, nur die Berichte. Was sagen sie dazu?“ Im vorliegenden Werk ist diese Art der anbiedernden Distanz ironisch überspitzt, dass macht den Listenirrsinn erträglicher. Die Autoren tragen viel Wissenswertes und noch mehr Anekdoten zusammen, eine Sammlung, die in dieser Form bisher nicht existiert. Hut ab!

So erfährt man viel über die Drogenaffinität der Helden des modernen Zeitalters: Filmstars, Politiker, Modemacher, Fußballspieler und deren Trainer, irgendwie scheint jeder schon mal eine Pille geworfen oder den Rüssel ins Pulver gesteckt zu haben. Aufgelistet werden die „Dämlichsten Drogenfilme“, „Wichtige Drogenhändler“, „Großartige Drogenszenen der Filmgeschichte“ (eine interessante List, nur fehlt hier aus meiner Sicht „Blueberry“ von Jan Kounen), es gibt eine Liste mit „Woran man gutes Haschisch erkennt“, eine über „Literarische Drogenklassiker“, mehrere über das Verhalten von Tieren auf Droge und eine über „Deutschsprachige Kokainlieder“. Dazu kommen Tipps wie „So faltet man ein Kokainbriefchen” oder Bauanleitungen für ein Erdloch. Das alles ist kurzweilig, da kann jedermann in der Mitte anfangen und erwischt trotzdem den Faden, denn es gibt ja keinen. Höchstens den weiteren Beweis, dass die „bösen Drogen“ inmitten der Gesellschaft angekommen sind.

Wenn man denn mäkeln will liegt das eigentliche Problem des Buches in seiner Kurzatmigkeit. Das lässt sich bei Listen zwar kaum vermeiden, wird aber hier erwähnt, damit das Buch nicht in den Ruf gerät, eine Art amüsantes Nachschlagewerk, gar ein Lexikon zu sein. Denn es ist oft nur die halbe Wahrheit, die dem Leser präsentiert wird. Wer dieses Buch liest sollte sich auf eine Reise gefasst machen, einen (Über-) Flug über ein Meeresregion – wer tauchen will, sollte eine andere Karte zur Hand nehmen.

Ein „toxikologisches Manifest“ der Autoren schließt das Buch ab. Die dort aufgeführten 10 Punkte fassen den Irrweg des „Krieges gegen die Drogen“ noch einmal hervorragend zusammen. Fazit: In Zeiten der Lexika- und Listenmanie ist das Werk ein weiteres schönes Sammelsurium, das einige Mythen aufklärt und andere erst schafft. Endlich dürfen Anekdoten und Wissenschaft miteinander spielen.

 

Ingo Niermann, Adriano Sack: Breites Wissen.
Die seltsamen Wege der Drogen und ihrer Nutzer
Eichborn Berlin Verlag 2007
180 Seiten
14,90 Euro
ISBN: 978-3-8218-5669-8

 

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Rezension Max Goldt: Quite Quality

HanfBlatt Nr. 108

Max Goldt: Quite Quality

Als Journalist über ein Buch von Max Goldt eine Rezension zu schreiben, das ist so, als wenn ein Christ über das bisherige Schaffen Gottes urteilen sollte: Vermessen. Oder sehe nur ich das so? Nein, das ist gold(t)ene Wahrheit und vielleicht sollte man tatsächlich ein staatlichen Verbot der Rezension seiner Bücher verordnen, zugleich aber seine Texte zur Pflichtlektüre an deutschen Schulen machen.
Was soll man also überhaupt noch sagen über Max Goldt? Vielleicht: Schande über uns, das Hanfblatt, dem Mann erst in der 108 Ausgabe zu huldigen. Er ist der Herrscher über die deutsche Sprache, viel eindrücklicher, bestimmter und zugleich intelligenter, als es meinetwegen die Sprachpolizisten Wolf Schneider oder Bastian Sick sind. Er ist der Gott der Titanic, ein Meister der Lesung, der Grand Signeur der Groteske. Kein Lob ist zu viel für ihn. Zitate sind nicht erlaubt. Er ist der unfreiwillige Apostel des Kifferhumors. Onkel Max ist der Bewahrer des In-die-Küche-laufens-und-seiner-Freundin-zurufend-“hör-mal-was-er-hier-schreibt“. Alle Bücher lohnen sich, es fing an mit „Ungeduscht, geduzt und ausgebuht“, großartig auch „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“.
Nun also „Quite Quality“, das ist laut Max Goldt alles das, was nicht schreit und spritzt, die ruhige Art des Genießens der stillen Güte, vielleicht. Sein neuestes Buch versammelt wieder einmal Texte aus der Frankfurter Monatszeitschrift „Titanic“. Es besteht kein vernünftiger Grund, den Inhalt seiner Beobachtungen hier auszubreiten, lieber seien einige Lesetipps gegeben: 1. Nie mehr als zwei Texte hintereinander lesen. 2. Einen ruhigen Ort wählen, Musik oder TV ausnahmsweise ausschalten. 3. Langsam, aber Sätze nicht zweimal lesen: Flow.
Fazit: Goldt ist der hosentragende Beweis, dass absurder Kifferhumor völlig nüchtern rüberkommen kann. Er schafft die stete Verdoppelung, das Gemotze über das Gemotze, krass ausgefeilt, rein sprachlich gesehen. Und am Ende kommt raus: Das Aufheben des allgemeinen Realitätszorn und dessen Überführung in die bessere Welt sauberer Speisewagen. Es gibt kaum ein wirksameres legales Mittel gegen schlechte Laune. Ach ja, schön ist auch das Lesezeichenbändchen im Buch. Das nenne ich Quite Quality!
Am Ende doch ein Zitat – aus einem seiner seltenen Interviews: „Meine Absicht ist aber überhaupt nicht, die Menschen zum Lachen zu bringen, sondern schöne und elegante Texte anzufertigen, in dem sich die gesamte emotionale Bandbreite menschlichen Lebens darstellt.“ O.k., noch ein Zitat, dieses Mal aber vom Vermesser der Welt, Daniel Kehlmann, der Unrecht hat, wenn er sagt, „Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet“. Nein, wir wollen ihn nicht der Masse der brüllenden Fanmeilenbesucher ausgesetzt sehen. Er ist doch glücklich, wir auch, was sollte also der Rummel? Und wer ihn bis jetzt nicht bemerkt hat, ist ohnehin doof, dem ist mit einem Fingerzeig wenig geholfen, ein blinder Nachmacher ist der, jawohl. Von daher darf auch diese Rezension ignoriert werden.

Jörg Auf dem Hövel

Max Goldt: QQ
Rowohlt, Berlin, 2007
Gebundene Ausgabe: 155 Seiten
ISBN-10: 3871345814
EUR: 17,90

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Rezension Arno Adelaars, Christian Rätsch, Claudia Müller-Ebeling: „Ayahuasca.Rituale, Zaubertränke und visionäre Kunst aus Amazonien.“

HanfBlatt Nr. 103

Ayahuasca

„Mutter Erde ist krank…Jeder Einzelne von uns wird sich der Pflicht stellen müssen, zu versuchen, das Gleichgewicht der Kräfte wiederherzustellen und Mutter Erde zu respektieren.“
Shuar-Schamane Hilario Chirip (S.228)

Seit sehr langer Zeit bereiten die Schamanen vieler indigener Kulturen und mittlerweile auch sogenannte Mestizo-Schamanen insbesondere im oberen Amazonasgebiet in den heutigen Ländern Kolumbien, Ecuador, Peru und Brasilien ein psychedelisches Gebräu zu. Dieses, bekannt unter dem Namen Ayahuasca, findet seit Ende der Achtziger Jahre zunehmendes Interesse unter westlichen Sinn- und Heilssuchern mit einer Affinität zu Grenzerfahrungen mit stark wirksamen psychoaktiven Substanzen. Iquitos in Peru ist Zentrum eines regelrechten Ayahuasca-Tourismus. Mit Ayahuasca praktizierende Schamanen werden auch in westliche Länder eingeladen, um dort Rituale abzuhalten. In Brasilien existieren mehrere synkretistische Religionen, in denen christliche, afrobrasilianische und indianische Elemente über die Visionen und den messianischen Anspruch ihrer Gründer zusammenfließen. In deren verbindenden Ritualen spielt Ayahuasca eine entscheidende Rolle. Die Bereitschaft zumindest von Teilen dieser Kirchen, sich neugierigen und erfahrungshungrigen Westlern zu öffnen, stieß besonders in Kreisen bekanntermaßen psychedelika-freundlicher Osho-Anhänger auf Begeisterung. Diese soll allerdings ob der hierarchischen Strukturen und des Dogmatismus, die nun einmal jeder organisierten Religion inhärent sind, schon wieder abbröckeln. Ayahuasca genießt derzeit aber immer noch den Ruf einer Art Wunderdroge. Es ist deshalb sehr zu begrüssen, dass drei kompetente Leute vom Fach mit dem vorliegenden Werk einen ausgezeichneten dreiteiligen Einstieg in die Welt des Ayahuascas bieten.

Christian Rätsch erläutert aus ethnobotanischer Sicht die im Ayahuasca, sowie die im schamanischen Ayahuasca-Ritual bedeutenden Pflanzen. Ayahuasca ist in der Praxis ein stark von der Intention des Zubereitenden abhängiges Gebräu, das so ungefähr das Gegenteil einer standarddosierten Pille aus dem Chemielabor darstellt, auch wenn sich die wichtigsten Ingredienzien chemisch als Harm(al)in und DMT subsumieren lassen. Die Ayahuasca-Erfahrung wird vom Schamanen durch den Einsatz einer ganzen Reihe von psychoaktiven Pflanzen, Räucher-, Duftstoffen etc. manipuliert und variiert. Was Rätsch hier gekonnt und wie ein Rap lesbar erläutert und dabei auch noch nachschlagetauglich ist, ist Grundlagenwissen. Lediglich zwei besserwisserische Anmerkungen seien mir gestattet: Die Opuntien enthalten nach Trout den bisherigen Analysen zufolge allenfalls Spuren von Meskalin (S.59), sind also für den ambitionierten Psychonauten nach derzeitigem Wissensstand wenig fruchtbar. Bei dem Hauptwirkstoff von Yopo (Anadenanthera peregrina-Samen) scheint es sich nach der Mehrzahl der von Trout und Ott gesammelten Analysen wie bei Cebil (Anadenanthera colubrina-Samen) um Bufotenin (nicht DMT) zu handeln (u.a. S.53ff). Dafür sprechen auch Selbstversuche. Bufotenin ist stark psychoaktiv, der Rausch aber anscheinend oft vom Körpergefühl her recht anstrengend.

Claudia-Müller Ebeling nähert sich der kaum in Worte zu fassenden Ayahuasca-Erfahrung über deren künstlerischen Ausdruck, den sie in den Objekten der sie nutzenden Kulturen ebenso wie in den Werken zeitgenössischer Künstler findet. Genial filmisch umgesetzt wurde sie übrigens von Jan Kounen in „Blueberry“. Hier nur eine Anmerkung: Albert Hofmann nahm einst nicht heroische 100 g, sondern ledigllich 2,4 g getrockneter Psilocybe mexicana im Selbstversuch ein (S.95), nicht dass das Einer nachmacht… Christian Rätsch streicht in einem eigenen Abschnitt aus seinem enormen Kenntnisfundus die Bedeutung der Musik im Ayahuasca-Ritual heraus und plaudert Einiges über den Einfluss auf populäre Musik aus.
Einen einzigartigen Einblick und einen hervorragenden Überblick über die real existierende Ayahuasca-Scene bietet der lange Beitrag von Arno Adelaars. Er war bei vielen Ritualen dabei und hat über Jahre ausführlichst recherchiert. Ob mit Ayahuasca praktizierende Schamanen in den oben erwähnten Ländern, die brasilianischen Ayahuasca-Kirchen oder Do it yourself-Rituale im Westen, seine sachlichen Berichte und persönlichen Interviews öffnen den Horizont. Wichtig auch Claudia Müller-Ebelings kritische Bemerkungen zum Schamanismus-Kulturtransfer. Schamanen beherrschen uralte Techniken des Heilens. Ayahuasca kann hierbei ein hochwirksames Hilfsmittel sein. Schamanen sind und bleiben Menschen und taugen nicht als exotische Ersatz-Erlöser. Man sollte sich hüten, sie mit all seinen westlichen Projektionen zu überfrachten und aufs Podest zu stossen, nur um sie bei Zeiten dann womöglich gar berechtigter Weise wieder hinunterstürzen zu können.
Ein Glossar, eine sehr gute Bibliographie und eine kleine Discographie schließen dieses sehr empfehlenswerte Werk ab.

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Arno Adelaars/ Christian Rätsch/ Claudia Müller-Ebeling
Ayahuasca.
Rituale, Zaubertränke und visionäre Kunst aus Amazonien.
AT Verlag, Baden und München 2006
Geb., 312 S., 8 Tafeln mit 35 Farbabb., zahlreiche SW-Abb.
ISBN 3-03800-270-4
23,90 Euro

 

 

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Rezension Detlev Briesen: Drogenkonsum, Drogenpolitik, Deutschland, USA

HanfBlatt Nr. 114

Unklare Rauschzeichen

Die großen Publikumsverlage haben sich bislang zurückgehalten, der progressiven Fraktion unter den Cannabis-Kennern Gehör zu verschaffen. Erfreulich, dass der Kiepenheuer & Witsch Verlag jetzt Steffen Geyer und Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband die Möglichkeit bietet über das wundersame Kraut aufzuklären. Bedauerlich, dies sei vorweg gesagt, dass der Verlag nicht die Chance genutzt hat durch ein gründliches Lektorat dem Werk zu mehr Tiefe zu verhelfen. Das vorliegende Buch driftet leider ins Phantastische ab, wo es um die historischen Zusammenhänge geht, und ist dort, wo es um die politischen Alternativen zur bestehenden Kriminalisierungspolitik geht trocken, aber bereichernd.

Ein paar Beispiele sollen die Ambivalenz verdeutlichen. Ein Zitat zu Cannabis aus dem alten chinesischen Arzneibuch Pen Tsao „Nimmt man sie über eine längere Zeit hinweg, wird man befähigt, mit den Geistern zu sprechen, und der Körper wird leicht“ (S. 15) wird von Geyer/Wurth tendenziös als positive Wirkungsbeschreibung übersetzt und gedeutet. Das kann man auch anders interpretieren: Schon damals galt wahrscheinlich der übermäßige Konsum von Cannabis als gefährlich für das, was man heute wohl den mentalen Grundzustand eines Menschen nennt. Einen Absatz später heißt es: „Der zivilisatorische Vorsprung der Chinesen zu jener Zeit wäre ohne Hanf undenkbar gewesen.“ Und ohne Wasser, sollte man hinzufügen. Das ist monokausales Denken in Reinkultur.

S. 16: Es fehlt der wissenschaftliche Beweis, dass die Skythen Cannabisblüten und nicht Cannabissamen, die man tatsächlich gefunden hat, in ihren Schwitzhüttenräucherzeremonien eingesetzt haben. Klar, es klingt irgendwie wahrscheinlich, aber faktisch bewiesen ist es nach wie vor nicht.

S. 17: Es trifft auch nicht zu, dass die Römer den Hanfanbau nach Spanien exportieren und dort das Wort Kif „für minderwertiges Haschisch aus dem heutigen Marokko“ prägten. Eine Seite später schreiben die Autoren: Nach dem Ende des römischen Reiches sei „Cannabis (…) die wichtigste Feldfrucht des Menschen und nicht selten Grund für Krieg und Zerstörung.“ Die gesamte Agrarwirtschaft des Mittelalters auf Cannabis zu reduzieren scheint doch etwas übertrieben.

S. 18: „<Hennep> und <Hamp> stopfte sich so mancher nach getaner Arbeit in die Pfeife.“ Hierzu sei gesagt, dass uns dazu außer dem von Hans-Georg Behr in die Welt gesetzten Mythos, dass die Bezeichnung für eine spezielle Tabaksorte „Knaster“ eigentlich auf Hanf verweise, keine seriösen wissenschaftlichen Belege für einen weitverbreiteten Gebrauch von (Faser-)Hanf als Rauch- und/oder Rauschkraut in Mitteleuropa gibt. Erst im 19. Jahrhundert etablierte sich der medizinische und experimentelle Gebrauch von psychoaktivem Hanf auf Basis des importierten Cannabis indica-Krautes und seiner Extrakte bzw. exotischer „Haschisch“-Präparationen.

S. 19, Zitat: „Spätestens seit den Kreuzzügen richtete sich der Zorn der Kirche gegen Cannabis.“ Ein gängiges Klischee, es gibt keine Beweise für eine systematische Aufstellung des Vatikans gegen die Pflanze. Der Zorn richtete sich vielmehr gegen Andersdenkende und gesellschaftliche AußenseiterInnen. Intrigantentum spielte oft eine Rolle. Die Spekulation von Geyer/Wurth, die „Verteufelung von Cannabis“ hätte „in erster Linie der Abgrenzung der Christenheit vom an Stärke gewinnenden Islam gedient“ ist haltlos.

Auf S. 23 wird suggeriert, dass Jefferson, Lincoln und George Washington nicht nur von der berauschenden Wirkung der Pflanze gewusst haben, sondern den Rauschhanfanbau auch unterstützt haben. Denn Washington ließ die Männchen rausrupfen, bevor sie die Weibchen bestäuben konnten. Dieses Prinzip kennt zwar heute jeder moderne Indoor-Grower, es ist aber auch im traditionellen Faserhanfanbau üblich. Die Männchen wurden damals nur schneller geerntet, weil mit der vorzeitigen Blüte bei ihnen die optimale Faserproduktion abgeschlossen ist und ein Verbleiben der absterbenden Pflanzen unter den länger wachsenden Weibchen auf Grund einsetzender Verrottungsprozesse die Qualität der Gesamternte vermindert.

Die Autoren graben sich im Laufe des ersten Kapitels immer tiefer in eine Gedankenwelt ein, in der Cannabis für alles veranwortlich sein soll. Damit erweisen sie dieser durchaus besonderen, sehr nützlichen und als Genussmittel in Maßen genossen relativ harmlosen Pflanze aber keinen Dienst. Ein Höhepunkt ist sicherlich die Passage auf S. 25, in der ein direkter Zusammenhang zwischen dem Faserhanfanbau von Zar Alexander I. und der Völkerschlacht von Leipzig gezogen wird.

Im großen Rest des Buches spannen die Autoren einen teilweise gekonnten Bogen über die psychoaktiven Wirkungen des grünen Krauts und zeigen auf, wann und wie der Konsum zum Problem werden kann, beleuchten die Rolle der Medien, das unheilvolle Engagement der UNO und der wichtigen Anti-Drogen Institutionen in Europa. Von zwei so renommierten Kennern des Systems wie es Georg Wurth und Steffen Geyer sind, hätte man bei der Diskussion um die Alternativen allerdings mehr Ausführlichkeit erwartet. Ihr interessantes Modell des Cannabisfachgeschäfts (ein Coffee-Shop mit ausgebildeten Mitarbeitern) ist nur eine Variante des Umgangs.

Steffen Geyer, Georg Wurth: Rauschzeichen. Cannabis: Alles, was man wissen muss
176 Seiten, broschiert
Kiepenheuer & Witsch Verlag 2008
ISBN: 3462039997
EUR 7,95

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Highpriest – CD und psychedelisches Booklet

HanfBlatt Nr. 120

Highpriest

„Highpriest“ stellt eine eigenartige Verbindung zwischen drei gleichermaßen bemerkenswerten Künstlern dar. Da ist zum Einen der Komponist und Musiker Peter Frohmader, dessen elektronischer mystisch-psychedelischer Sound an krautrockige Zeiten erinnert und dabei frisch und ungewöhnlich daherkommt. Eine gewisse Düsternis knüpft die Verbindung zur magisch-schwarzromantischen Welt tiefsinniger Grufties. Zu dieser Musik kann man gut in traumartige Sphären driften, wenn man keine Angst vor Überraschungen und gelegentlichen wohltuenden Gruftbesuchen hat. Selbst ist Frohmader auch ein faszinierender Maler und Zeichner des Phantastischen, hat sich aber getraut, Cover und ein reizvolles optisch ergänzendes den Geist zusätzlich inspirierendes flashiges Booklet von dem Hanfblatt-Lesern bereits bekannten psychedelischen Künstler Mathias Erbe gestalten zu lassen. Zusätzlich kommt noch als kleines Bonmot der atmosphärisch in nicht unähnlichen Gefilden des Bewusstseins gründelnde Dichter Manfred Ach zu Wort ohne gleich das musikalische Werk zu vereinnahmen. So ist das Gesamtkunstwerk eine Perle für Freunde gegenwärtiger Psychedelik geworden.

az

„Highpriest“
CD und psychedelisches Booklet
www.nekropolisrecords.de

Die Künstler:
www.peterfrohmader.de
www.mathias-erbe.de
www.m-ach.de

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Rezension Franjo Grotenhermen, Britta Reckendrees: Die Behandlung mit Cannabis und THC

HanfBlatt Nr. 106

Guter Rat nicht teuer

Es ist erfreulich: Während in der Drogenpolitik quälende Langsamkeit beim Umdenken herrscht, schreitet die Diskussion um Cannabis als Medizin voran. Nachdem die Wirksamkeit von THC und den Cannabinoiden bei unterschiedlichsten Krankheiten bewiesen wurde und immer mehr Menschen sich zutrauen, trotz der unsicheren Rechtlage, Hanf als Heilmittel zu benutzen, war es an der Zeit für einen praktischen Ratgeber, der die medizinischen Möglichkeiten mit Tipps für die Praxis verbindet. Der wohl führende Experte zum Themenkreis, Franjo Grotenhermen, hat nun zusammen mit Britta Reckendrees dieses Buch geschrieben und damit eine wichtige Lücke geschlossen.

Die Autoren klären zunächst ab, bei welchen Krankheiten der Einsatz von Marihuana, Haschisch oder einem THC-haltigen Medikament wie Dronabinol überhaupt in Frage kommt. Sodann werden die rechtliche Lage, die Arzt-Patient-Beziehung und die Möglichkeiten der Kostenübernahme für Dronabinol durch die Krankenkassen erläutert.

Es folgt ein Kapitel über Dosierung und Nebenwirkungen. Vermissen tut man darin eine ausführliche Unterscheidung der Verträglichkeit der unterschiedlichen Zuführungs- und Zubereitungsformen. Beispiel: Bei welcher Krankheit bietet sich welche Darreichungsform (Kraut oder Dronabinol, oral oder inhaliert) an? Wenn es hier überhaupt verallgemeinerungsfähige Erfahrungswerte gibt, dann gehörten sie in einen solchen Ratgeber.

Nicht nur das Kapitel über die Nebenwirkungen zeigt: Cannabis kann bei vielen Krankheiten helfen, zum Teil fehlen aber Langzeitstudien oder gar überhaupt solide wissenschaftliche Erhebungen, um das Medikament THC oder die Blätter des Rauschhanfs endgültig in der Schulmedizin zu etablieren. Wieder einmal rächt sich der Bann, der lange Zeit über der Cannabis-Forschung hing.

Die Autoren beantworten im weiteren Verlauf des Buches die wichtigen Fragen zu Fahrtüchtigkeit und Führerscheinentzug bei (dauerhaften) Cannabiskonsum und geben Hilfestellung bei möglichen Komplikationen mit dem Arbeitgeber. Jedes Kapitel wird mit den nützlichen „Praxistipps“ geschlossen. Ein eigenes Kapitel führt übersichtsartig in Anbau, Ernte und Lagerung von Cannabis ein, ein paar Rezepte, Anlaufadressen und ein Register schließen das Buch ab.

Fazit: Komprimiertes Wissen zu fairem Preis. Für alle therapeutisch orientierten Cannabis-Anwender der zur Zeit beste Ratgeber zum Thema.

 

Franjo Grotenhermen, Britta Reckendrees:
Die Behandlung mit Cannabis und THC
Nachtschatten Verlag 2006
106 Seiten, broschürt
ISBN: 3-03788-147-X
EUR 10,80

 

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Rezension T.C. Boyle – Drop City

HanfBlatt Nr. 101

T.C. Boyles Affinität zu Drogengenießern und Randgruppen ist seit „Grün ist die Hoffnung“ bekannt, nun ist mit „Drop City“ sein äußerst gelungener Roman über eine Hippie-Kommune als preiswertes Taschenbuch erschienen. Eine liebenswerte Horde von ständig bekifften und trippenden Hippies übt im sonnigen Kalifornien im Jahre 1970 das naturnahe Leben. Das ohnehin wacklige Gefüge gerät aus den Fugen, als die Polizei das Grundstück schließen will, ein Kind Orangensaft mit LSD-Zusatz trinkt und schließlich der bärtige Ober-Hippie ein Pferd überfährt und eine Massenkarambolage verursacht. Also macht sich der ganze Tross auf nach Alaska, um dort noch besser, noch freier, noch unbeschwerter zu leben. Aber sie treffen dort auf Waldläufer und andere Aussteiger, die Frauen wehren sich gegen den Sexismus innerhalb der Gruppe, in der die Männer eigentlich nur irgendjemand vögeln wollen und das Leben stellt sich auch sonst als verdammt hart heraus.
Wo Boyle in früheren Werken zu skurriler Überzeichnungen neigte, so findet er in „Drop City“ zu einem ernsthaften Stil, der auf der einen Seite den kalifornischen Traum dekonstruiert, auf der anderen Seite aber den Roman-Figuren eine skurrile Würde zuschreibt und sie nie der Lächerlichkeit Preis gibt. Und ganz im Gegensatz zu seinen anderen Romanen kittet die Liebe die vielen Wunden des eiskalten Alaskas am Ende.
Fazit: Selten wurde die subtile Grenze zwischen Idealismus und Naivität einer Generation so fein beobachtet und mit einem spannenden Abenteuerroman verwoben. Oder wie Elke H. sagen würde: Lesen!

T. C. Boyle: Drop City
Roman
592 Seiten
Verlag: DTV
ISBN: 3-423-13364-3
10 EUR

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Rezension: Peyote und die Huichol-Indianer

HanfBlatt Nr. 101

Die kleine Gemeinschaft der in Nordwest-Mexiko lebenden Huichol-Indianer, die sich selbst Huixáritari (Wischaaritari ausgesprochen) nennen, ist hierzulande Manchem bekannt durch Ihre herrlichen farbenfrohen Garnbilder (teilweise von hohem künstlerischen Wert) und mit bunten Perlen besetzte Kunsthandwerks-Objekte. In deren Zentrum steht oft der Meskalin-haltige Peyote-Kaktus (Lophophora williamsii). Dieser spielt nämlich in der von christlichen Einflüssen noch relativ unberührten Huichol-Kultur eine zentrale Rolle. Das weckte das Interesse durch die psychedelischen 60er Jahre beeinflusster Ethnologen. Leider schlichen sich in dieser Zeit durch die damalige ethnologische Arbeit einige fälschliche Anschauungen der Huichol-Kultur ein, die die meisten Ethnologen heute nicht mehr teilen und korrigieren mussten. Auf der populären Seite trug der Ethno-Scharlatanismus eines Carlos Castaneda (inklusive einer Reihe ähnlich ambitionierter NachfolgerInnen) zu einem Zerrbild dieser Kultur(en) bei, das sich bis heute in den Köpfen ethnologisch Uninformierter festgesetzt hat.

Nicht nur für an exotischen indigenen Kulturen, sondern auch für am sozial integrierten Gebrauch psychedelisch wirksamer Substanzen Interessierte, ist die Beschäftigung mit der Huichol-Kultur spannend und lehrreich. Nun haben wir das Glück, dass uns Christian von Sehrwald, der die Huichol-Kultur seit 1985 beforscht, ein hervorragendes auf seiner Promotionsarbeit von 2002 basierendes wissenschaftliches Werk vorlegt. Einleitend geht der Autor zunächst auf die problematischen Publikationen der sogenannten UCLA-Riege (Furst, Myerhoff, Delgado, Castaneda) ein. Es folgt eine geographische und historische Einordung des Huichol-Siedlungsgebietes. Dann widmet er sich dem Zeremonialzyklus der Huichol mit dem Schwerpunkt auf der Bedeutung und Rolle des Peyote, aber ohne den Bezug zum kulturellen Ganzen, zum Kosmos der Huichol, zu verlieren. Reizvoll ist dabei auch das Einflechten der eigenen Beobachtungen vor Ort. Die Rolle der Schamanen wird beleuchtet.

Es folgt eine kleine Ethnobotanik, die sich besonders auf Peyote und das psychoaktive Nachtschattengewächs Quieri (Solandra maxima) konzentriert. Schließlich geht es um die Krankheitsbilder und Heilungskonzepte der Huichol, sowie um Opfergaben und die daraus entwickelten Kunstobjekte. Ein umfassender Glossar wichtiger Begriffe aus der Huichol-Sprache und eine gute Bibliographie runden das Ganze ab.
Beim Lesen wird doch deutlich, dass sich die Art und Weise, in der die Huichol den Gebrauch des Peyote zu einem integralen Bestandteil ihres komplexen, für uns schwer nachvollziehbaren Weltbildes und ihrer Kultur gemacht haben, so nicht ohne Weiteres als Vorbild für einen entsprechenden Umgang mit Psychedelika in der westlichen kapitalistisch-materialistischen, wohl auch noch immer christlich verbrämten Welt übertragen lässt. Aber da bilde man sich am Besten seine eigene Meinung. Das vorliegende, obendrein schön aufgemachte Werk ist kurz gesagt eine willkommene Bereicherung für jede psychedelische Bibliothek.
P.S.: Das sei allerdings noch besserwisserisch angemerkelt: Die am Rande aufgestellte Behauptung, dass rund ein Drittel aller Arzneien bis ca. 1920 THC-haltige Auszüge enthielten (S.156), wird sich zumindest für den deutschsprachigen Raum, bei näherer Nachprüfung wahrscheinlich nicht einmal für Hühneraugen- und Asthmamittel halten lassen, den letzten größeren und bereits umstrittenen Indikationsgebieten vor der Unterstellung von Cannabis indica unter das Opiumgesetz von 1929.
az

Christian von Sehrwald
„Auf den Spuren der Götter.
Peyote und die Ethnien Nordwestmexikos unter besonderer Berücksichtigung des Zeremonialzyklus der Huichol-Indianer.“
Nachtschatten Verlag, CH-Solothurn 2005
Geb. mit Su., 316 Seiten, mit vielen SW-Abb. und 4 Farbfoto-Tafeln
ISBN 3-03788-113-5