Die Firma Diagnostik-Nord hatten wir auch getestet, man bat uns aber, den Test nicht zu veröffentlichten.

Der „Drogendetektiv“ musste sich zuerst beweisen. Die Packung wirbt mit dem Satz
„Schlüssel zum Dialog“. Auf telefonische Nachfrage bestätigte Jörg Engler von
der Firma „Drogendetektive“, dass das Produkt primär als unterstützende Maßnahme
in der problematischen Kommunikation zwischen Eltern und Kind dienen soll. „Ich
plädiere eher für eine Erziehung zum vernünftigen Drogengenuss als dazu, den Hammer
zu schwingen“, sagte Engler. Aha. Der Detektiv ist ein Schwestersystem der „DrugWipe“
der Firma Securetec, die seit einigen Jahren erfolgreich von der Polizei eingesetzt
wird und immer mehr Verbreitung in Streifenwagen findet. Der kleine Schnüffler
ist tatsächlich so narrensicher zu bedienen wie beschrieben: Zunächst trennt man
den stiftartigen Tester in zwei Teile, dann wischt man einen verdächtigen Gegenstand
mit dem integrierten Wischvlies ab. Das schafft auch Mutti. Wir nahmen das Handy
unseres Propanden, welches dieser regelmäßig nach dem kurzen Jointfestival genutzt
hatte, um seiner Freundin in Deutschland mitzutielen, dass er noch lebt. Dann
drückten wir das Flies zurück ins Gehäuse, etwas Wasser dazu und nach 10 Minuten
waren die Kontrolllinien rot, wir hatten den Test also korrekt ausgeführt, nur
stand bei „CA“ (für Cannabis) kein Ergebnis auf der Skala.

In einem zweiten Anlauf wurden wir direkter: Wir wischten erneut das Handy,
dazu noch die Computer-Tastatur und den Haustürschlüssel des Probanden ab. Und siehe
da: Der Drogendetektiv schlug an und zeigte eine rote Linie bei CA. Weil wir gerade
so eifrig bei der Sache waren, hantierten mit ein wenig Ecstasy (MDMA aus Zürich)
und telefonierten danach wieder mit dem bereits mit THC kontamierten Handy. Der
Drogendetektiv machte auch dieses mal „Wuff“ und zeigte neben CA nun auch einen
roten Streifen bei „AM“ an. „AM“ steht hier für Amphetamine und Methamphetamine
und dessen Derivate wie MDMA. Um endlich klare Ergebisse zu erhalten führten wir
einen dritten Testlauf durch. Wir wischten ein Feuerzeug, das unser Proband am
Vorabend (17 Stunden später) für eine Haschisch-Bröselaktion genutzt hatte, gründlich
ab. Aber der Schnüffler zeigte kein THC an, der Detektiv blieb stumm. Obwohl das
Feuerzeug nicht mehr benutzt und auch nicht gesäubert wurde, war die Nachweisgrenze
für den Test offenbar erreicht.

Als zweiter im Feld startete das Produkt der Firma Gecko-Pharma. Der Vorteil
des Gecko ist, dass sowohl Gegenstände als auch Urin untersucht werden können. Der
Packung sind Handschuhe und Fließmittel für das Abtupfen von Gegenständen beigelegt.
Krankenhaus-Atmosphäre machte sich breit, nur befand sich leider die angekündigte
Pipette nicht nicht in der Packung. Nach dem Tränken des Teststreifens mit Kifferurin
zeigte keines der Anzeigenfenster eine Reaktion. Entweder ist der Test zu unsensibel
oder die Cannabis-Abbauprodukte hatten sich bereits nach drei Tagen unter die
Nachweisgrenze verkrümelt. In der Gebrauchsanweisung fand sich kein Hinweis darauf,
innerhalb welches Zeitraums Test überhaupt positiv anschlagen kann – ein unbedingtes
Manko des Gecko. Ebenfalls fehlte ein Hinweis auf die Nachweisgrenzen, selbst
auf der Website der Firma war hierzu nichts zu finden. Erst in einem pdf-Dokument
auf der Internetseite des „Schwesterprodukts“ der Firma Gabmed wurden wir fündig.
Im Urin soll der cut-off Wert bei 50 ng/ml THC-Metaboliten (den Abbauprodukten
des Rauschhanfs) liegen und zwischen 3-5 Tagen, „nach Langzeitkonsum mehrer Wochen“
nachweisbar sein. Unser Elchtest konnte dieses optimistischen Angaben nicht bestätigen.
Ein zweiter Durchlauf sollte dem Gecko eine bessere Chance geben. Diese Mal genoss
unser Proband eine Purpfeife mit rund einem halben Gramm hochwertigen, afghanischen
Haschisch. Der anschließende Kino-Besuch verlief für alle Beteiligten gut, nicht
aber der Test am nächsten Abend, genau 24 Stunden nach dem Konsum. Das Urin
des Probanden zeigte nach Aussage des Gecko-Test keine Spuren von THC. Nach den
Statuten des Gecko war er also ein sauberer Kandidat.
Freundlicherweise hatte uns die Firma weitere Geckos zur Verfügung gestellt, so das wir noch einen Oberflächentest durchführen konnten. Die Nachweisgrenze ist auch hier in der beiliegenden Broschüre nicht erwähnt, sie liegt für THC laut pdf-Dokument bei 15000 ng/ml. Dies ist wahrscheinlich zu unsensibel, um THC auf Gegenständen von Kiffern nachzuweisen, deren Konsum mehr als fünf Tage zurück liegt, in unserem Fall reichte es aus. Wir wischten das Feuerzeug, mit dem am Vorabend die Flamme des Bröselns entfacht worden war, mit dem beigefügten Tupfer ab. Nun noch etwas Gefriemel mit der Fließmittelflasche und siehe da: Der Gecko-Drogennachweis schlug an und zeigte THC an.
Nachweis von Rauschhanf im Körper
Die Nachweisbarkeit von Cannabis im menschlichen Körper hängt nicht nur von der Höhe und Dauer des Konsums ab, sondern auch von Körperfett und Stoffwechsel der Person ab. So speichert beispielsweise ein dicker Mensch mehr Cannabis-Abbauprodukte (Metaboliten) in seinem Körper als ein dünner Mensch. Im Blut kann die THC-Carbonsäure im Extremfall bis zu 25 Tage nachgewiesen werden, im Urin werden die Metaboliten bei einmaligen Konsum bis vier Tage, bei chronischem Konsum mehrere Wochen bis hin zu Monaten gefunden. Der Urintest kann einen zurückliegenden nicht von einem kurzfristigen Konsum unterscheiden. Wenn THC jedoch im Blut gefunden wird, kann von einem kurz vorher (5-12 Std.) erfolgten Joint-Genuss gesprochen werden. In den Haaren lässt sich Hanf bis zu sechs Monate lang verfolgen.
Ein THC-Rechner unter http://www.erowid.org/plants/cannabis/ zeigt grafisch an, wie lange es braucht, damit Hanfkonsum im Urin nicht mehr nachweisbar ist. Das Programm ist unzuverlässig, weil jeder Körper anders reagiert, einen Richtwert kann man damit aber erhalten.
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