Gastronomie-Tipp: Favorit Bar

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DIE WELT Kompakt Sanfte Anarchie Es wirkt, als ob die engagierten Maler vorzeitig das Weite suchten, weil sie nicht bezahlt wurden. Kein bemühter Chic, kein Kahnsinn, dafür Plaste&Elaste-Module, die eine Körperhaltung zwischen Sitzen und Liegen erzwingen. Egal, es gibt Knackig-kaltes Bier (und auch nicht viel mehr). Wochentags ist es mit einem Hauch Atelier-Atmosphäre sehr gediegen, am Wochenende palavert die gedrängte Menge oft noch lauter als die Musik spielt. Es ist dieser leichte Duft von Anarchie, der die Favoritbar zu einer Erscheinung im Münchener Nachtleben macht.

Wenn es auch anders aussieht, der Abriss steht nicht bevor. Das freut, denn hier ist das wohl angenehmste Asyl für alle Verweigerer von blonden Haarsträhnen und Arschgeweihen.
Leider drückt der Türsteher neuerdings sein Ego in den sanften Flow von Kommen und Gehen, aber das ist wohl nur eine Manöverübung für die Wiesn. Oder hat man etwa selbst hier noch nichts von „Selbstorganisation“ gehört?

Das musikalische Konzept jedenfalls ist traumsicher: Verwegene DJs pendeln zwischen 60er Garage-Punk und lecker Electro. Verlassen kann man sich dabei auf gar Nichts, aber es ist ja auch Feierabend.

 

Favoritbar
Damenstiftstraße 12
80331 München
Mo-So, 20.30 bis 2.00 h

 


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Veröffentlicht von

Jörg Auf dem Hövel (* 7. Dezember 1965) ist Politikwissenschaftler und arbeitet als freier Journalist u. a. für die Telepolis, den Spiegel und Der Freitag.

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