Hälfte der Schweizer Doping-Sünder sind Kiffer

Der Postbote staunte nicht schlecht, als er ein delikat duftendes Päckchen an den Schweizer Liga-Eishockeyspieler Fabian Sutter ausliefern sollte. Der Absender: Sutters ehemaliger Teamkamerad Peter Guggisberg. Der Inhalt: 40 Gramm feinster, eidgenössischer Rauschhanf. Kein Einzefall in der Schweiz: Die Hälfte aller offiziell überführten Doping-Sünder sind Cannabis-Liebhaber. Letztes prominentes Beispiel: Der Eishockey-Star von Davos, Jan von Arx, der wegen des Konsums von Cannabis bis November 2006 gesperrt war.

Bei Swiss Olympic, der Dachorganisation der Schweizer Sportverbände, ist man sich der Hanf-Problematik bewusst. Man weiß, dass hier nicht gedopt, sondern entspannter Freizeitsport betrieben wird. Ein Genuss, der den Sportlern noch Wochen und sogar Monate später zum Verhängnis werden kann, obwohl die Wirkungen und Nachwirkungen schon länst abgeklungen sind. Den Dopingfahndern wäre es daher lieber, wenn Dope von der Liste der internationalen Dopingagentur WADA verschwinden würde. Matthias Kamber, Dopingspezialist von der Sporthochschuschle Meagglingen, hält die pauschale Bestrafung von Cannabis-Konsumten für unzeitgemäß. „Unser Vorschlag ist, Cannabis wegen der ähnlichen Wirkung gleich zu behandeln wie Alkohol.“ Aber davon will die WADA nichts wissen.

Der Graspostler und Eishockey-Crack Peter Guggisberg, 21, wurde zu einem Bußgeld von 5000 Franken und zur Übernahme der Verfahrenkosten von 1500 Franken verdonnert. Der belieferte Fabian Sutter kam ohne Strafe davon, er sagte in einem kurzen Interview nur: „Ich betrachte die Sache für mich als erledigt.“

 

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