Hans kann durchaus lernen, was er als Hänschen verpasst hat

ginseng

Der Geist muss im Alter nicht schwach werden

Das Altern hat bekanntermaßen seine Tücken, körperlich-geistiger Abbau setzt früher oder später ein. Die Kurve von Intelligenz und anderen kognitiven Fähigkeiten weist in jungen Jahren aufwärts, später geht es bergab, so die gängige Meinung. Wie eine groß angelegte Studie nun zeigt, muss das nicht so sein.

Die Psychologen Joshua Hartshorne und Laura Germine testeten knapp 22.000 Menschen zwischen 10 und 71 über ihre Website testmybrain.org. Die Teilnehmer wurden unter anderem auf ihr Vokabular, ihre soziale Intelligenz, numerische Fähigkeiten und ihr Arbeitsgedächtnis untersucht ( Abstract). Es zeigt sich, dass jedes Alter seine Stärken mitbringt. Die Jüngeren zeigten hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten beim Umkodieren von Nummern zu Symbolen. Das Arbeits- beziehungsweise Kurzzeitgedächtnis ist durchschnittlich am besten zwischen 25 und 30, um dann langsam abzubauen. Das Erkennen emotionaler Zustände von Mitmenschen scheint sich langsam bis kurz vor 50 zu entwickeln, um danach langsam abzubauen. Der Wortschatz eines Menschen erweitert sich dagegen fast ein Leben lang.

Naturgemäß sind die Unterschiede hochindividuell, insgesamt lässt sich aber feststellen, dass der Geist nicht im Ganzen altert, sondern in bestimmten Lebensphasen Höhen und Tiefen durchlebt.

Die üblichen Einschränkungen solcher Studien gelten auch hier, sind doch die Kofaktoren, die zum Auf- oder Abbau von kognitiven Leistungen beitragen, nicht erfasst worden. Und natürlich wird jemand, der sich beispielsweise nie viel aus guten Worten und Sätzen gemacht hat, im Alter kaum zum Schriftsteller werden.

Spritzig durch den Büroalltag

Die DAK legt eine Studie zum Hirndoping durch Erwerbstätige vor

Erschienen in der Telepolis v. 22.03.2015

Es gibt wenig belastbare Zahlen über die Verbreitung von Hirndoping. Schon vor sechs Jahren hatte sich die DAK aufgemacht dies zu ändern und eine groß angelegte Befragung durchgeführt. Damals hatte es in den Medien zwar gerauscht, las man die Zahlen aber genauer (Doping am Arbeitsplatz), konnte man weithin Entwarnung geben. Hirndoping – auch „Cognitive Enhancement“ genannt, war kein verbreitetes Phänomen. Nun legt die Krankenkasse erneut eine repräsentative Studie vor, in der das Doping am Arbeitsplatz untersucht wurde. Was gibt es Neues?

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Demenz: Keine Medikamente in Aussicht

Nach diversen Flops droht sich die pharmazeutische Industrie aus der Entwicklung von Anti-Dementiva zurückzuziehen.

Erschienen in der Telepolis v. 04.03.2015

Die Zahlen variieren, sie sind gleichwohl alarmierend. Bis 2050 sollen nach Schätzungen der UN weltweit 135 Millionen Menschen an Alzheimer oder einer anderen Demenzform erkrankt sein. Die Schicksale sind mit hohen Kosten verbunden, der Versicherungsbranche schwant böses. Ein nun vom „World Innovation Summit for Health“ (Wish) veröffentlichter Report weist darauf hin, dass trotz der Fortschritte in der Ursachenanalyse der Demenz eine Heilung der Krankheit nicht in Aussicht steht. Mehr noch: Die pharmazeutische Industrie droht sich aufgrund diverser Fehlschläge aus der der Entwicklung neuer Medikamente zurückzuziehen. Weiterlesen →

Google wird zur Künstlichen Intelligenz

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DeepMind-KI lernt aus Erfahrung

Ende Januar wurde die neueste Akquirierung von Google bekannt. Der Konzern kaufte für wohl 400 oder auch 500 Millionen US-Dollar ein Startup mit dem ambitionierten Namen DeepMind. Dort will man, so wirbt die Website, Maschinenlernen und Neurowissenschaft kombinieren, um leistungsstarke und vor allem universale Lernalgorithmen zu schaffen. Man nennt es Künstliche Intelligenz (KI).

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Ohne Legalisierung geht es nicht

Erschienen in der Telepolis v. 28.12.2014

Vor 25 Jahren wurde ein drogenpolitisches Experiment gestartet, dessen Erfolge frappierend sind

Rund um den Hamburger Hauptbahnhof spielten sich Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre mitunter erschreckende Szenen ab. Es hatte sich eine offene Drogenszene mit sichtbarer Verelendung etabliert. Insbesondere der Stadtteil St. Georg war von der Problematik betroffen und wurde zu Handel, Konsum und Prostitution genutzt. Die Junkies waren intoxikiert oder entzügig, litten unter Krankheiten wie HIV/AIDS und Obdachlosigkeit. Die Bürger reagierten unterschiedlich, empört, verängstigt, betroffen. Die Polizei versuchte zunächst massiv die Abhängigen durch Aufenthaltsverbote, Verhaftungen und andere Maßnahmen zu vertreiben und verdrängte damit allenfalls vorübergehend die Menschen aus dem Fokus ohne damit das Problem zu lösen. Bereits bestehende Drogenhilfeeinrichtungen und Bürger setzten sich für humane Lösungsansätze ein, so auch der Einwohnerverein St. Georg.

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Ich kann drei Doshas

ayurveda

Erschienen in der Telepolis v. 04.05.2014
Von Jörg Auf dem Hövel

Ayurveda-Kuren sind beliebt. Was lässt sich tatsächlich erreichen?

1. Tag

Stefan Remmler geht mir durch den Kopf. „Er hat den Urlaub nicht gewollt, sie hat gesagt es müsste sein.“ Gemein. Aber was soll ich zwei Wochen lang auf einer Wellnessfarm in Sri Lanka? Peeling und Pediküre?

Der Wagen rumpelt auf der Küstenstraße Richtung Süden. 3 Stunden Fahrt nach 10 Stunden Flug. Wald und Häuser ziehen am Straßenrand vorüber. Meine Frau klärt mich auf: Nicht Wellness sei das Ziel, sondern Ayurveda, eine alte Methode, um Wohlbefinden zu erreichen. Wir würden just durch ein Land fahren, in dem die medizinische Versorgung gratis und die Lebenserwartung vergleichsweise hoch sei.

Ankunft mit lauwarmen Waschlappen, ein müder Blick auf die Resort-Architektur, die singhalesischen Teakholz-Chic mit Krankenhaus-Quadern vereint. Koffer aufs Zimmer und ab zur Ärztin. Zunge, Puls, Fragebogen. Empfundener Zustand? Erschöpft – und zwar nicht nur vom Flug. Das Leben im Westen sei schuld, ich berichte vom System. Können Sie da helfen? Nicht beim System, aber mir, ist die Antwort. Kann das sein?

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Schmerz lass nach

mohnkapsel

Opiate können zukünftig aus Zucker und gentechnisch veränderter Hefe hergestellt werden

Erschienen in der Telepolis
Von Jörg Auf dem Hövel

Die Gesellschaft leidet unter Schmerzen. Was auch immer es ist, die Entfremdung, der Körper, das Unbehagen – Schmerzmittel helfen. Der Markt ist groß, seit Jahren stehen Schmerzmittel ganz oben auf den Listen der meistverschriebenen Arzneien. Die Gruppe der Opiate und Opioide gilt dabei schon lange nicht mehr nur als Ultima Ratio in der Schmerztherapie, sondern ist vielgenutzt und unverzichtbar.
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Wo bleibt das Hirn?

Das europäische Human Brain Project steht vor der Spaltung

Das Human Brain Project (HBP) der EU ist mit dem Ziel initiiert worden, das vorhandene Wissen über das Hirn zu sammeln und in einem zweiten Schritt das menschliche Denkorgan nachzubauen. Dafür sollen über eine Milliarden Euro fließen. Sowohl am Anspruch wie an der Summe wird seit bekannt werden des Projekts Anstoß genommen. Zu utopisch, zu teuer. Weiterlesen →

Das kleine Graslexikon

Hanf

Aus dem HanfBlatt

Das kleine Graslexikon

Fast in jedem Land der Welt wird Rauschhanf angebaut, wenn er nicht ohnehin schon wild oder verwildert gedeiht. Ob auf Tahiti oder Tobago, ob in Alaska oder Chile, ob in Schweden oder Portugal, überall wird der Hanf zum Zwecke der Bewusstseinserheiterung angepflanzt. In manchen Ländern ist er/sie allerdings ein Wirtschaftsfaktor von bedeutendem Ausmass. Sei es in den USA zur Selbstversorgung der inländischen Konsumentinnen oder in Ländern wie Kolumbien, Jamaika, Nigeria, Ghana, usw. hauptsächlich zum Export in die reichen Nationen des sogenannten Westens. Das Beispiel Niederlande zeigt, wie sich der Export zu lohnen beginnt, wenn der einheimische Markt gesättigt ist und in den gewissermassen noch unterversorgten Nachbarländern eine Nachfrage nach hochwertigen Qualitäten entsteht.

Deutschland ist traditionell kein ausgesprochenes Marihuana (auch „Gras“, die getrockneten Blüten- oder Fruchtstände des berauschenden Hanfes)- Importland gewesen. Die haschischproduzierenden Länder liegen geographisch näher am Verbrauchermarkt. Ausserdem ist Haschisch leichter zu handhaben und zu handeln, in der Regel deutlich potenter und besteht nicht wie Marihuana zu einem beträchtlichen Teil (bis zu zwei Dritteln) aus nichtrauchbaren „Abfällen“, sprich Samen und Stengeln. Letztlich ist tropisches Importmarihuana bei oft niedriger Qualität im Verhältnis zu Haschisch zu teuer. Dennoch war immer welches auf dem Markt, und nicht wenige Konsumentinnen behaupten von sich, sie würden gutem Gras (auch gerade tropischen Importen) den Vorzug vor dem gängigen Haschisch geben, wenn sie die Wahl hätten und die Erhältlichkeit und das Preis-Leistungsverhältnis angemessener wären.

 

Hanfkaefer

Das übliche tropische Importmarihuana besteht aus einer Vielzahl zu dichten Platten, Blöcken, Scheiben oder Ballen zusammengepressten, meist reichlich Samen enthaltenden Blütenständen. Das „Gras“ kann aber auch in bereits zerbröselter blättriger Form erscheinen. Das Farbspektrum reicht von goldbraun über dunkelbraun bis zu allen möglichen Grüntönen.

Es ist müssig, die unglaubliche Vielfalt der weltweit erhältlichen getrockneten weiblichen Hanfblütenstände zu beleuchten, auch wenn durch den internationalen Tourismus Spezialitäten aus aller Damen Länder die Bundesrepublik erreichen, meist nur in verhältnismässig geringen Mengen. Einige Beispiele werden aber dennoch eingeflochten:

So kam in Zeiten des Solidaritätstourismus in den Achtziger Jahren schon mal NICARAGUA-Gras bei uns an.

Mexico

Mexikaner guter Qualität, hier dann oft pauschal „ACAPULCO GOLD“ genannt, nach einer berüchtigten Sorte der Sechziger Jahre, ist selten, da mexikanisches Marihuana fast ausschliesslich nach Nordamerika geht und die Risiken des Schmuggels dieser Ware nach Europa kaum lohnen. Guter Mexikaner ist stimulierend-exaltierend-euphorisierend. Mexiko war in den Sechziger Jahren in den USA für einige exquisite Qualitäten berühmt, später allerdings auch für fast wirkungslose Massenware, „Dirtweed“.

Karibik

Marihuana von den KARIBISCHEN INSELN (Trinidad/Tobago, DomRep, St. Lucia, Grenada usw.)ist bei uns mindestens genauso selten und erreicht allenfalls (ehemalige) Kolonialmächte wie Grossbritannien. Qualitativ soll es im (oberen) Mittelfeld liegen.

Jamaika

ist nach wie vor der Number One Produzent und Exporteur dieser Region und damit die grosse Ausnahme. Seit Jahren ist Jamaika ein regelmässiger Lieferant auch grässerer Mengen Gras von mittlerer bis hoher Potenz. Gab es noch Anfang der Achtziger Jahre ein irgendwie charakteristisch euphorisierendes Gras mit einer starken aphrodisisch-kärperlichen Note vom Sativa-Typ, fällt aufgrund der Zucht zahlreicher eingeführter Sorten auch vom Indica-Typ und daraus abgeleiteter Kreuzungen die Importware heute oft kräftig-drähnig aus. Nicht immer wird sorgfältig getrocknet. Die so zu Ballen oder Bricks gepresste Ware weist dann in ihrem Inneren Schimmel auf oder fängt nach dem Zerpflücken an zu schimmeln. Sowas ist Mist, tritt aber auch, gerade in den letzten Jahren, bei nachlässig verarbeiteten Importen aus anderen Ländern auf. Am Beispiel Jamaika lässt sich beispielhaft beobachten, wie sich durch die zahlreichen internationalen Kontakte auch in den traditionellen Anbaugebieten die gezogenen Sorten verändern. Dabei gehen mäglicherweise einzigartige Sorten der Vergangenheit mit ihrem charakteristischen und nicht ohne weiteres reproduzierbaren High unwiederbringlich verloren. Unterstützt die Sortenvielfalt auch beim Hanf! Oder präziser: Rettet die exotischen Sativas!

Kolumbien

Einer der grässten Grossproduzenten ist immer noch KOLUMBIEN. Containerweise wird Marihuana über die Weltmeere verschifft, auch wenn Kokain und Heroin bedeutendere Handelsgüter geworden sind. Die Qualität der (Massen-)Ware hat deutlich nachgelassen. In letzter Zeit tauchte wiederholt „hochpotentes“ aber innerhalb von vielleicht einer halben Stunde geradezu narkotisierendes Gras auf. Eine andere schwache Qualität ist auch nicht unbekannt. Das klassische „Columbian Gold“ oder „Santa Marta Gold“ war ein, wie der Name schon sagt, goldbraunes ziemlich potentes Gras mit euphorisierend-enthemmend-stimulierender geradezu albern machender Wirkung. Dieses Gras soll es noch geben. (Aber wo?) Auf die praktisch nicht erhältliche Spezialität „Punta Roja“ mächte ich hier nicht näher eingehen. Nur eins: Es galt als eine der besten Gras-Sorten der Welt. Wer eine Seefrau kannte…

Süd- und Mittelamerika

Die anderen süd- und mittelamerikanischen Länder (Brasilien, Peru, Bolivien, Venezuela, Panama, Surinam, Costa Rica, Guatemala, Belize usw.) sind für den bundesdeutschen Markt unwichtig, was nicht heissen soll, dass aus ihnen kein Gras in unsere Breiten gelangen kann.

USA

Aus den USA kommt heute nichts nach Deutschland. Die Preise im Land der unbegrenzten Mäglichkeiten sind einfach zu hoch, die Nachfrage zu gross, als dass ein auch noch so kleiner Export lohnen würde. Interessant ist aber, dass die ersten hochpotenten samenlosen weiblichen Marihuanablütenstände (Sinsemilla) von Reisenden schon Anfang der Achtziger Jahre aus Kalifornien und Florida („Grinsegras“) mitgebracht wurden. Es handelte sich um verblüffend potentes Freilandgras, zu dieser Zeit noch vom Typ Sativa.

Afrika

Für den bundesdeutschen Markt sind die afrikanischen Länder besonders wichtig, und von diesen insbesondere GHANA und NIGERIA. Sie liefern teilweise grosse Mengen, die im Kleinhandel allerdings kaum nach Herkunft unterschieden werden („Afrikanisches“ oder „Westafrikanisches“). Die Potenz ist in der Regel schwach bis mittel, oft mit vielen Samen und Stengeln. Es gibt selten kleinere Lieferungen herausragenden Grases. Durchschnittliches Gras aus diesen Ländern hat den Ruf euphorisch-beruhigend drähnig zu sein. Das hat vielleicht was mit langer Lagerung und „stressigem“ (zu heiss, zu feucht) Transport zu tun.

Aus anderen afrikanischen Ländern kommt manchmal in kleinen Mengen relativ frisches Gras mittlerer Potenz, eventuell sogar von Stengeln und Samen gereinigt, um das Transportvolumen zu verringern. Kennt man in Grossbritannien SAMBIA und SIMBABWE als Lieferanten, so sind SENEGAMBIA, ZAIRE („Kongo“) und KENYA in Deutschland bekannt. Als „Kongo-Gras“ wird starkes afrikanisches Gras bezeichnet. Ob es nun wirklich aus dem „Kongo“ stammt(e), egal. Neuerdings erreicht Gras aus €THIOPIEN und MOCAMBIQUE die Bundesrepublik. Auch wenn die Potenz nicht unbedingt sensationell ausfällt, so ist das stimulierend-euphorisierende High frischen Grases dieser Provenienz bemerkenswert. Letztlich kommt praktisch jedes afrikanische Land als Marihuana-Lieferant in Frage. In Holland sind Sorten aus S†DAFRIKA („Durban poison“ aus der Provinz Natal, manchmal in Papier eingewickelte, aus Blüten gerollte, kleine Sticks, nicht immer so gut wie der Name verspricht), TRANSKEI (stimulierend, wenn frisch), SWAZILAND (kräftig in intensiven psychischen Wellen kommend, wenn frisch, aber wem sag ich das) und aus MALAWI auf dem Markt. Malawi gilt als besonders gut. Aber nicht alles, wo Malawi drauf steht, tärnt auch so, wie frau es erträumt.

Asien

Der wichtigste asiatische Marihuana-Lieferant ist immer noch THAILAND. Unter dem Begriff „Thai-Gras“ wird mittlerweile aber zu einem Grossteil aus den Nachbarländern KAMBODSCHA und LAOS stammendes Gras gehandelt. In diesen Ländern wird es praktisch legal in grossen Mengen angebaut und zum Teil über Thailand oder Vietnam exportiert. Das Gras aus dieser Region ist zwar meist von passabler bis guter kommerzieller Qualität, weist aber bei der Massenware nicht die Potenz und das ausgeprägte erhebend-psychedelische High auf, für das das klassische Thai-Gras berühmt ist. Auch wenn es die legendären „Thai-Sticks“ oder „Buddha-Sticks“, um Bambusstäbchen oder gar Hanfstengel gewickelte Blütenstände, schon lange nicht mehr gibt, so tauchen trotz alledem immer noch vereinzelte herausragende Qualitäten mit einer Wirkung, die zumindest an die „Thai“-Legende erinnert, auf. Noch scheint also nicht Hanf und Malz verloren. Sowas geht weg wie warme Semmeln.

BURMA sollte als Marihuana-Lieferant der Achtziger Jahre (allerdings eher für den holländischen Markt) nicht unerwähnt bleiben. Das Gras galt, im Gegensatz zu dem thailändischen, als eher drähnig, bei mittlerer bis guter Potenz.

PHILIPPINEN-Gras, auch „Manila-Gras“ genannt, hat einen guten Ruf. Von meist bräunlich-grüner Farbe und relativ hoher Potenz, bietet es ein stimulierend-enthemmend-erhebend-euphorisierendes High mit alberner Note. Aber Garantien gibt es selbstverständlich auch hier nicht.

Das in der Regel hochpotente Marihuana aus den Bergen der südindischen Provinz KERALA findet nur selten seinen Weg zu uns. Aus den haschproduzierenden Ländern wird bevorzugt Haschisch (oder, gerade aus dieser Gegend, Grasäl) geschmuggelt. So war und ist Kerala-Gras eine ausgesprochen seltene und begehrte Spezialität.

Indonesisches Gras aus SUMATRA (Aceh, um genauer zu sein) gelangt nur selten nach Holland.

Andere asiatische Länder sind als Marihuana-Produzenten für den internationalen Markt unbedeutend.

Holland

Innerhalb von Europa hat sich HOLLAND zum Hauptlieferanten für den deutschen Markt gemausert. Skunk, Northern Lights, Orange Bud, Haze und diverse Kreuzungen gehären mittlerweile zur Angebotspalette jedes deutschen Rauschhanf-Dealers, der was auf sich hält. Diese hochpotenten, samenlosen Züchtungen haben den Markt bei uns revolutioniert, nicht nur erhebliche Anteile am Haschmarkt erobert, sondern auch die qualitativ verhältnismässig schlechten und teuren Tropenimporte stark ins Abseits gedrängt. Es fing an mit teilweise schon recht kräftigem, fast psychedelischem samenlosen Sinsemilla, meist noch von tropischen Sativas, im Gewächshaus gezogen, das bereits Ende der Achtziger vereinzelt über die Grenze gebracht wurde. Die eigentliche Lawine kam aber erst durch niederländisches „Skunk“ ins Rollen. Die Kundschaft schrie nach mehr, und sie bekam mehr.

Mittlerweile wird ein nicht unbeträchtlicher und wachsender Anteil des Bedarfs an hochwertigem samenlosen Gras durch Anbau holländischer Sorten hierzulande gedeckt. Und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Importiertes Marihuana wird sich nur behaupten kännen, wenn es qualitativ verbessert wird, was bei den fehlenden Mitteln nicht sehr wahrscheinlich ist, oder die Preise deutlich fallen.

Nur die Hälfte der Geschichte

Erschienen in der Telepolis
Von Jörg Auf dem HövelEin 88-Jähriger lebt gut – ohne die Verbindung seiner Gehirnhälften

Das Fachblatt „Neurocase“ hat den Fall eines 88-Jährigen US-Amerikaners vorgestellt , der seit seiner Geburt ohne die übliche Verbindung der beiden Großhirnhälften lebt. Normalerweise verbindet ein starkes Nervenbündel, der sogenannte Balken (lat. Corpus callosum), die rechte und linke Großhirnhälfte beim Menschen. Der Balken ist die zentrale Instanz in der Koordination dieser beiden Hemisphären. Weiterlesen →