Rezension AILO – Concepts

HanfBlatt Nr. 111 AILO – Concepts cover
Frage: Wie komponiert man Chill-Out-Music, in der sich der Hörer sphärisch aufgehoben fühlt ohne sich zu weit in den unendlichen Räumen des Kosmos zu verlieren? Antwort: Wie Ailo es tut. Das griechische Duo hat ein exzellentes downbeat-Album aus einem Guss vorgelegt. Ost und West in Symbiose, physisch starke Sounds, alles mit Liebe zum Detail abgemixt. Das erinnert an FSOL, spielt aber nicht ganz so sehr mit der Aura, wirkt kräftiger. Die akustischen Gitarren klingen konkret, die schnorchelnden Amöben robben über sie hinweg, im Hintergrund lockt der Klang des anatolische Cafés: Klangwelten. Dabei ist der Sound nie breiig, sondern immer crisp. Fazit: Zart-bitter Chill-Out mit perlenden Sequenzer-Schichten und naturnahen Sounds. Tiefenentspannung ohne Melancholie, wenig Pathos, aber auch wenig Kanten. Alles zieht gleich Rauchschlieren aus einer gut gestopften Pfeife vorüber. Töne zum wegdriften, danach fragt man sich, was man eigentlich die letzte Stunde gemacht hat.

AILO: Concepts
Label: Iono Music

 

Veröffentlicht von

Jörg Auf dem Hövel (* 7. Dezember 1965) ist Politikwissenschaftler und arbeitet als freier Journalist u. a. für die Telepolis, den Spiegel und Der Freitag.

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