Rezension Zig Zag Zen – Buddhism and Psychedelics

HanfBlatt Nr. 100

Die Verbindung von westlicher Drogen- und östlicher Weisheitskultur ist alt. Von
Hermann Hesse bis zu den frühen Hippies zieht sich eine Begeisterung für die (Nicht-) Denkweisen des Buddha. Die Praxis der ozeanischen Versenkung und dem ekstatischen Aufgehen wird von beiden Kulturen praktiziert. Der Sammelband „Zig Zag Zen“ zeigt die Schnittstellen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der buddhistischen Tradition und psychedelischen Drogen.

Fakt ist: Sehr viele, die heute nach buddhistischen Vorbild leben haben ihre erste Berührungen mit dem Gefühl der Meditation durch Psychedelika erhalten. Zwar beurteilen die buddhistischen Schulen heute diese Art von „Drogen“ nicht einheitlich. Für erfahrende Buddhisten waren Psychedelika der erste Schritt, sie erweckten (nur) einen kurzen Blick auf das absolut Schöne, Gute, Wahre.

Der Band vereinigt Interviews, unter anderem über mit Jack Kornfield, einem Meditationslehrer, und dem verstorbenen Terence McKenna. Es gibt erhellendes aus den 60ervon David Chadwick und eine kurzen Abriss der Geschichte des kalifornischen Esalen-Instituts, eine Art Mekka der psychedelischen Gemeinde. Myron Stolaroff klärt die Frage, ob wir Psychedelika immer noch brauchen. Seine Antwort: Ja, denn unbewusstes wird an die Oberfläche gebracht. Die Komplexität dieses Vorgangs läge aber nicht an der Droge, sondern an der Komplexität des Bewusstseins, sind hier doch die schlimmsten Höllenfahrten genauso abgespeichert wie die Zugänge zum dem, was man wohl universelle Liebe nennen darf. Ram Dass (früher: Richard Alpert) bringt in seinem Beitrag die buddhistische Perspektive auf den Punkt: Psychedelika sind Mittel um zu Erwachen, nicht aber um zur Erleuchtung zu gelangen.
Bilder diverser Künstler, nicht nur von der bekannten Grey-Klarwein-Venosa Connection, sondern auch von John W. Miles, Bernard Maisner, Robert Beer, und Ethel Le Rossignol runden das hochwertig gestaltete Werk ab.
Fazit: Eine absolut lohnende Anschaffung, ein Meilenstein in der Darstellung zweier verwandter Kulturen.
Zig Zag Zen – Buddhism and Psychedelics
Hardcover, 240 Seiten
Chronicle Books 2002
Sprache: Englisch
ISBN: 0811832864

Veröffentlicht von

Jörg Auf dem Hövel (* 7. Dezember 1965) ist Politikwissenschaftler und arbeitet als freier Journalist u. a. für die Telepolis, den Spiegel und Der Freitag.

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