Floating

Anwendungen des Floatens

Egal wie es benannt wird, Informations- oder Computerzeitalter, heute ist der Mensch einer Fülle von Informationen ausgesetzt. Er ist ständig damit beschäftigt, die Außenreize zu reduzieren, zu filtern, um sein biologisches Körperleben im Gleichgewicht zu halten. Was ist wichtig, was unwichtig? Viele Probleme wie Stress, Aggressionen, Süchte und psychosomatische Krankheiten können Ausfluss der ständigen Ueberreizungen sein. Television, Radio und neue Medien "programmieren" das Hirn. Meditation oder das phasenweise Eintauchen in eine reizarme Umgebung, wie beispielsweise den Floating-Tank, können helfen, Ruhe zu finden und die Besinnung zu fördern.

Wie und wobei kann das Floaten helfen? Es folgt ein Überblick, die Beispiele sind den Werken von Michael Hutchinson (The Book of Floating, Mega Brain) entnommen.

Meditation
Menschen, die in Meditation erfahren waren, stellten fest, daß es im Tank sehr viel einfacher war tiefe Ebenen der Meditation zu erreichen, als außerhalb des Tanks.

Selbst-Hypnose
Im Tank soll es möglich sein, sich in einen Hypnose-Zustand zu begeben.

Schmerz
Bei Knochenbrüchen lindert die Schwerelosigkeit den Schmerz, hier und bei anderen Verletzungen lindern die durch den Entspannungszustand freigesetzten körpereigenen Endorphine. Vgl. dazu: Thomas H. Fine & John W. Turner, Jr.: REST-Assisted Relaxation and Chronic Pain. Health and Clinical Psychology magazine, 1985. Entspannung und Sinnesreizreduktion gehen mit einer verstärkten Ausschüttung von Endorphinen einher und können auch auf biochemischer Ebene mit einer Linderung von Schmerzsymptomen in Verbindung gebracht werden. Ein erhöhter Level von körpereigenen Opioiden im Blut von Floatern konnte im Rahmen verschiedener Untersuchungen nachgewiesen werden.

Die Thüringen-Kliniken in Saalfeld haben das Floaten in ihr Physiotherapie-Programm aufgenommen. Davon profitieren vor allem Rheumatiker sowie Patienten mit Rückenleiden oder Gelenkbeschwerden.

Visualisation von Bewegungsabläufen
Sportler nutzen den Tank, um Bewegungsabläufe zu visualisieren. Die Skifahrerin fährt den gesteckten Kurs, der Turner vollzieht die komplizierten Abläufe am Reck usw.

Körpergewicht reduzieren
Gute Erfahrungen wurden auch damit gemacht, den Tank zu nutzen um überflüssige Pfunde abzubauen. (Vgl. Artikel im hauseigenen Journal der "Weight Watchers", November 1983.)

Sucht
Abhängigkeit von Drogen wie Alkohol, Medikamente oder andere ein erhebliches Suchtpotential beinhaltende Substanzen, aber auch Spiel- und Fernsehsucht kann durch das kontinuierliche Floaten genommen werden.

Superlearning
Sprachen, aber vor allem komplexe Materien können im Tank hervorragend erlernt werden. Es gibt mittlerweile speziell für den Tank aufgenommene Lerncassetten.

Angst und Depressionen Als unterstützendes Instrument bei Therapien hat sich der Tank bei der Bekämpfung von Phobien, aber auch Depressionen, erwiesen.

Rückenschmerzen
Beim Floating ist die Wirbelsäule ist vollkommen gerade, die Wirbelkörper weisen keine Verdrehungen auf, alle Muskelgruppen sind entspannt und alle Gelenke, Bandscheiben, Bänder und Knochen sind gleichzeitig entlastet.

Dermatologie
Die Linderung vieler Hautleiden durch verschiedene Solebäder ist gut dokumentiert. Bei Aufenthalten im Toten Meer und auch bei anderen (Stark-)solebädern wird darauf hingewiesen, dass die Verweildauer nicht länger als 30 Minuten sein sollte, da durch die teilweise stark chloridhaltigen Salze (meist Natriumchlorid) Hautreizungen ausgelöst werden können. Durch die Verwendung von hochreinem Magnesiumsulfat, dem mit Abstand hautschonendsten Salz, werden mehrstündige Aufenthalte im Floating-Bad mit entsprechend positiver Wirkung auf die Haut ermöglicht.

 

 

 

 

Warum bringt die Umgebung des Tanks diese unterschiedlichen Effekte zustande?

Fest steht: Der Tank nimmt entscheidende Eindrücke, die unter den Normalumständen des Alltags entweder zusammen oder einzeln gegeben sind, weg. Dazu gehören:

Licht, denn im Tank ist es völlig dunkel.
Schall, denn in den Tank dringt kein Geräusch, es bleiben nur Körpergeräusche.
Schwerkraft, zwar nicht vollkommen, aber das Treiben auf dem Salzwasser nimmt maßgeblich den Druck des Körpers auf die Unterfläche.
Temperatur, denn im Tank ist es weder kalt noch warm.
Soziale Kontakte, denn niemand anderer als man selbst ist im Tank.

Die weitgehende Verminderung aller Sinneseindrücke wird sensorische Deprivation genannt. Das Lexikon der Psychiatrie (Hg. von Christian Müller) führt dazu aus:
Nach anfänglichen Bewegungsdrang und Reizhunger kommt es zu Konzentrationsstörungen, erhöhter Suggestibilität und schließlich zu vorwiegend optischen Sinnestäuschungen, die sich von elementaren Erscheinungen bis zu komplexen szenischen Abläufen hin entwickeln. In vielen Fällen handelt es sich um Pseudohalluzinationen, d.h. der Trugcharakter wird erkannt. Diese Tatsache und das Vorhandensein von EEG-Veränderungen (Verlangsamung und geringere Ausprägung des Alpha-Rythmus) lassen vermuten, daß leichte bzw. partielle Schlafzustände vorliegen.

Dieser pathologische Sichtweise von sensorischer Deprivation und den "Halluzinationen" würden die meisten Tanknutzer widersprechen. Unter ihnen gelten "Halluzinationen" eher als nutzbar zu machende innere Bilder.

Mittlerweile hat die Wissenschaft vielfach versucht, die wohltuende Wirkung des Floaten zu erklären.  

Leider ist die wissenschaftliche Erforschung des Floatens seit den späten 80er Jahren, tja, sagen wir ruhig: eingeschlafen. Es wäre dringend nötig, dass die medizinische und psychologische Wissenschaft die Wirkungen des Tanks auf Körperwerte und das mentale Befinden wieder mehr in den Blickpunkt nimmt. Sodann wäre auch ein Anschluss an die Bewegung des "Medical Wellness" überdenkenswert; das Floaten könnte dann sogar zu einem Kernelement des Medical Wellness werden, weil hier medizinische und komplementärmedizinische Faktoren Hand in Hand gehen.



Floating und bewusstseinsverändernde Substanzen

Die Grundlagenforschung von Lilly hat seit Beginn der Floating-Ära zu einer Verbindung von Floating und bewusstseinsverändernden Substanzen geführt. Lilly selbst hat u.a. mit LSD und Ketamin ("Vitamin K") im Tank experimentiert, um die Tiefen und Höhen des Bewusstseins noch intensiver zu erleben und über das Bewusstsein hinaus erlebbare Zustände zu erreichen. Seither testen Psychonauten weltweit ihre Floating -Kapazitäten mit Hilfe von Drogen zu untermauern - oder aufzuweichen.

Moralisch, soziologisch, politisch soll das an dieser Stelle nicht bewertet werden. Ein unbedingter Sicherheitshinweis sei aber gegeben: Die Anwendung von bewusstseinsverändernde Substanzen im Tank kann nicht nur starke psychische Folgen haben, die bei sensiblen Menschen nicht nur positiv sein können. Gefährlicher noch ist die Verwendung von Substanzen wie Ketamin in quasi-narkotischen Dosierungen, denn diese Mittel schalten das Körpergefühl soweit aus, dass unter Umständen nicht mehr bemerkt wird, wenn man sich während des floatens umdreht und Wasser in die Lungen dringt. Es kam in der Vergangenheit zu Unfällen solcher Art - und zwar mit Todesfolge.

 

Ein paar Worte zum Epsomer Bittersalz (MgSO4)

Bei der Befüllung des Entspannungstanks mit Wasser, werden diesem zwischen 300 und 400 kg Salz zugefügt, damit der Körper später auf dem Wasser schwimmt. Epsomer Salz ist ein in vielen Heilquellen vorkommendes Salz. Ihm werden die unterschiedlichsten, positiven Auswirkungen nachgesagt:
Bäder mit dem Salz sollen bei Kreislaufstörungen, Drüsenstörungen, Inkoordination, Verletzungen, eingeschränkter Bewegungsfähigkeit, Hexenschuß, Lähmungen, Prolaps (Bandscheibenvorfall), Rheumatismus, diversen Hautleiden, Ischias helfen.
Warme Salzbäder sollen eine Reihe weiterer Beschwerden lindern:
Übersäuerung, Verwachsungen, Aplexie (Schlaganfall), Gallenblasenentzündung, Erkältungsbeschwerden, Dickdarmentzündung, Blasenkatarrh, Zysten, Gallensteine, Kopfschmerzen, Multiple Sklerose, Zerrungen und Verstauchungen, Nierenentzündung, Neuralgie und anderes mehr.

In der Landwirtschaft wird MgSO4 genutzt, um Braunfärbung der Nadeln bei Nadelhölzern zu verhindern. Zudem wird es dem Trinkwasser von Kühen beigemischt, um Weidetetatnie zu verhindern. Uneinigkeit besteht darüber, ob das Tank-Salz DAB-Qualität (Lebenmittelchemie) haben muß, weil sonst empfindliche Hauttypen Probleme mit der Salzlösung bekommen. Auf alle Fälle besteht die Möglichkeit, daß sich geringe Menge Huminsäure im Salz befinden.

MgSO4 ist über Apotheken und chemische Großhandlungen zu beziehen. Es ist aber ratsam, das Salz bei Raiffeisengenossenschaften zu erstehen, weil es dort erheblich preiswerter ist. Wie mir ein Tankselbstbauer und Leser dieser Seite mitteilte, enthält das Salz aus den Raiffeisengenossenschaften nach Angabe derselben bis zu 13% Schwefel. In wie weit dies Probleme macht ist mir unklar, wir hatten keine. Über weitergehende Informationen wären wir dankbar.

Wer Preise vergleichen möchte, hat hier eine erste Anlaufstelle. Saltworks ist ein großer us-amerikanischer Lieferant von Salzen. In Deutschland kann man beim Preisvergleich beispielsweise bei purux oder Salz Schwarzmann anfangen.

Für weitere technische Einzelheiten, Kapitel 10 aus "The Deep Self" von John C. Lilly. Hier werden nicht nur konstruktiontechnische Details und das optimale "Tank-Enviroment" beschrieben, sondern auch einige Regeln für die Nutzung des Samadhi-Tanks aufgestellt.

Filterung und Reinigung

Bei der Reinigung des Wasser sollte man penibel sein. Arbeitet man mit Aktivkohlefilter, muss die Aktivkohle regelmäßig gewechselt werden. Chlor zersetzt viele Schadstoffe und macht sie für den Aktivkohlefilter zugänglich. Wer lieber auf H2O2 setzt, dosiert mit 100-300 ppm H2O2 im Wasser (je nach Wasserfüllmenge), das sind 100 bis 300 Teile H2O2 auf 1.000.000 Teile Wasser.

Durch den vermehrt gewerblichen Einsatz der Floating-Tanks und Becken wird darüber diskutiert, ob in einer Floating-Anlage die gleichen Parameter wie in einem nach DIN 19643 betriebenen Schwimmbad gelten sollten. Es gibt zwar Gemeinsamkeiten mit öffentlichen Swimming-Pools, aber auch Unterschiede. So ist bspw. die Urinbelastung zu vernachlässigen. Viele Keime sind in der Sole zudem nicht überlebensfähig. Bevor man hier die sich über Jahrzehnte bewährten Kartuschenfilter verbietet, sollte genauer erforscht werden, unter welchen Bedingungen welche Hygienvorschriften sinnvoll sind.

Ein relativ neues Reinigungsystem arbeitet mit der Anodischen Oxidation. Dabei werden keine chemischen Zusätze verwandt. Eine Anlaufstelle für weitere Informationen ist bspw. die Hydrosys.

Umfangreiche Information (in englischer Sprache) zum Thema Hygiene in Floating-Tanks und Räumen findet man unter http://www.askalanaquestion.com/floatation_chambers.htm

Aber nun zu:

Technik und Erleben: Wie wird gefloatet?

Nachdem sich erst in den Tank gesetzt wird, nimmt man die Rückenlage ein. Die Ohren sind unter Wasser, keine Geräusche dringen in das Ohr und der Körper treibt einem Korken gleich auf dem Wasser. Der Körper liegt gerade, die Wirbelsäule ist korrekt geformt und auch der Kopf schwimmt auf dem Wasser. Nachdem die Lampe ausgeschaltet ist, dringt auch kein Licht mehr in die Augen: totale Dunkelheit.

Die meisten Menschen erleben dann den Wegfall der Zeit, (eine Stunde wird subjektiv als etwa 20 Minuten wahrgenommen). Der Entzug der äußeren Reize wirkt entspannend auf das Bewußtsein der Floaterin. Allein mit sich zu sein, bereitet manchen Probleme, die meisten berichten aber von einer wohltuenden Wirkung. Viele überdenken (ohne es sich vorher vorzunehmen) die Ereignisse des Tages, der Woche, des Monats oder gar der letzten Jahre. Es ist durchaus möglich, den Tank als ein Kreativität förderndes Instrument zu nutzen, in ihm Fremdsprachen zu lernen, die über Tonband eingespielt werden oder gezielt Problemlösungen zu suchen.

Ein profunder Tankbenutzer sagte uns einmal: "Der Tank erfüllt keine Erwartungen", ein Satz, dessen Bedeutung uns erst spaeter klar wurde. Zuviel Erzaehlungen von anderen Leuten, zuviel Lesen ueber den Tank, kurzum, zuviel "Programmierung" kann hinderlich fuer die Tankarbeit sein. Dies gilt fuer eine exoterische, wissenschaftliche Betrachtungsweise ebenso wie fuer die Esoterische.

Olaf Jaeckel und Jörg Auf dem Hövel sagen:
"Uns diente der Tank in erster Linie dazu abzuschalten, für kurze Zeit dem Streß des Alltags zu entfliehen und neue mentale Kräfte zu sammeln. Nur selten floateten wir länger als zwei Stunden, vielmehr hat sich eine Stunde als optimale Floatzeit herausgestellt. Nur nebenbei sei hier erwähnt, dass im Normalfall erst bei Floatzeiten über 3 Stunden mit tieferen Bewußtseinsveränderungen zu rechnen ist. Eingehende Erlebnisse, die man nicht vergisst. Als sehr effektiv hat es sich herausgestellt, den Tank tagsüber zu nutzen. Nach dem Floaten ist man erfrischt und manches mal kommt es einem so vor, als wenn man den Tag danach neu beginnt. Unserer Ansicht nach vorteilhaft ist es, sich vor wie nach dem Floaten etwas Zeit zu nehmen. Gerade nach einer Tanksitzung tut Ruhe gut - sie vertieft die wohltuende Wirkung des Floatens."

 

Bewegte Bilder

Auf YouTube stehen mittlerweile einige Kurzfilme über den Floating-Tank in englischer Sprache. Ein Erfahrungsbericht beispielsweise hier:
http://www.youtube.com/watch?v=iVlc4fqnttI

 

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