Was hilft, was nicht?

Bei der Hälfte der medizinischen Therapien könnte unklar sein, ob sie helfen

Die evidenzbasierte Medizin ist das neue Steckenpferd der Ärzteschaft. In ihr sollen nur solche Therapien zur Anwendung kommen, für die eindeutig feststeht, dass sie helfen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, könnte man denken. Diese Eindeutigkeit will die evidenzbasierte Medizin durch möglichst umfassende empirische Belege garantieren, man hofft auf die Kraft der großen Zahl.

Das Handbuch für evidenzbasierte Medizin gibt alle Jahre wieder einen Einblick in die Anwendung und den Nutzen der wichtigsten Therapien. Dafür hat man 3.000 der gängigsten Anwendungen ausgesucht. Danach ist die tatsächliche Wirksamkeit der Hälfte der Therapieformen aufgrund fehlender hochwertiger Studien unklar. Nur 11% erhielten das Siegel des uneingeschränkten Nutzens, weitere 24% sind wahrscheinlich nützlich. Auch in der frei verfügbaren Online-Kurzdarstellung weisen die Autoren darauf hin, dass aus den Ergebnissen nicht geschlossen werden kann, wie oft die eine oder andere Therapie tatsächlich angewendet wird. Auch wird davon Abstand genommen, aus den Zahlen auf die Wirksamkeit im einzelnen Patienten zu schließen. Dies deutet auf die Kritik an der evidenzbasierten Medizin hin, deren Ergebnisse zwar statistisch belastbar sind, aber nicht immer klar ist, was sie für den Einzelfall bedeuten.

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