Der Kongreß tanzt im Geist von Wolfgang Neuss

Wenn die Universität Bremen zum Symposium “Cannabis-Politik, Strafrecht und Verfassung” ruft, lockt dies nicht nur Experten aus aller Damen Länder, sondern auch die Vertreter vom HANFBLATT an. Richten wir doch einmal unsere Aufmerksamkeit auf die (ganz subjektiven, versteht sich) Impressionen der Beobachter.

Beobachter I: Am geilsten fand ich eigentlich den Quensel.

Beobachter II: Der Doktor Ambos war auch nicht schlecht.

Beobachter I: Wer war das noch? Hat der ´nen Vortrag gehalten?

Beobachter II: Let´s talk about Sex please. Aber ham die doch alle!

Beobachter I: Worum ging´s?

Beobachter II: Um ziemlich viel Recht. Für mich war irgendwie nichts richtig Neues dabei. Und für Dich?

Beobachter I: Nix Neues von der Front. Chirac ist ein Hard-Liner in Sachen Cannabis.

Beobachter II: Fuck Chirac!

Guck mal, der Schwarm deiner einsamen Nächte kommt da gerade aus der Tür. Eng geschnürt, kunstorientiert.

Beobachter I: Aber auch verspannt, angekrankt, künstlich.

Beobachter II: Professor Quensel meint ja, daß Cannabiskonsum längst in den Alltag integriert ist.

Beobachter I: Ohne größere Probleme.

Beobachter II: Und dann wunderten sich die Amis darüber, daß hier überhaupt noch der Flashback diskutiert wird. Für die war längst klar, daß es sowas bei Kiffern noch nie nachweislich gegeben hat.

Es geht eine Spaltung durch´s Land, laut Quensel, der liberale Norden und der reaktionäre Süden, was die Entkriminalisierung betrifft.

Beobachter I: Gedankengefängnisse und konservative politische Interessen behindern den Fortschritt.

Und dann kam noch dieser komische Typ aus Amsterdam, wenn man chronologisch vorgehen will, was wir nicht müssen.

Drogengebrauch ist ein öffentliches Gesundheitsproblem. Es ist kein moralisches oder kriminelles Problem. Das ist die Grundlage niederländischer Drogenpolitik.

Beobachter II: Nur einer mit Hanfmütze. Sah aus wie ein Klischeevertreter von NORML, den amerikanischen Legalisierungsheinzels. War aber wahrscheinlich der Oberstaatsanwalt.

Beobachter I: Es kommt einem immer sehr sehr lange vor: Stoned im Stehen pinkeln.

Beobachter II: Guten Bildschirmschoner hast du. Wie heißt der?

Beobachter I: Plasma!

Beobachter II: Und was hat der Verkehrskasper erzählt?

Beobachter I: Sein Vortragsstil war ermüdend.

Beobachter II: Es ging hier vielmehr um die zentrale Frage: “Warum haben Sie kein Hanf-Jackett an?”

Beobachter I: Die USA schnitten auch nicht so gut ab.

Beobachter II: Wie das Super-Skunk.

In Polen wird Besitz ja nicht bestraft, egal wieviel man hat.

Beobachter I: Soll sich bald ändern.

Beobachter II: Und in der Mensa gab´s nicht mal Arbeitslosenvergünstigung.

Beobachter I: Der Typ bei Udopea hatte mehr Ahnung.

Beobachter II: Das war Bremen. Voll im Pudding. Und jetzt noch mal von vorne, seriös.

Beobachter I: Auf einer Fachtagung, zu der das Institut für Kriminalpolitik eingeladen hatte, wurde kritisiert, daß die Bundesländer sich immer noch nicht auf einheitliche Richtlinien geeinigt haben.

Beobachter II: Die anwesenden Teilnehmer waren sich weitgehend darüber einig, daß Hanf eine ganz lockere Sache ist. X-pertN aus aller Herren Länder klopften sich gegenseitig auf die Schultern und waren sich wohlgesonnen.

Beobachter I: Archido, das Drogenarchiv, war gut.

Beobachter II: Ist aber noch im wachsen begriffen, wie ein Ei, daß seine Schale sprengt. Da müßten allerdings Fanatiker drin arbeiten, die sich bei jedem Buch die Hände reiben und ausrufen: “Ja, geil, das ist ja super!”

Beobachter I: 30 Kilometer Stau auf der Gegenfahrbahn.

Beobachter II: Gesundheit!

Und nächstes Mal:

Beobachter I: TEE – Die Superdroge!

Beobachter II: Hermes Phettberg kommt ja bald auf 3sat.

Beobachter I: Das ist doch auf jeden Fall mal ´nen Tip wert.

Beobachter II: Cannabis ist auch ein bisschen harntreibend.

Die 10 Gramm-Regel, die bringt einen doch wieder aus dem Koma raus, der Aufreger der Woche. Wie oft am Tag soll man denn nun zum Automaten runter?!

Am Neunundzwanzigsten ist doch in Berlin was über Cannabis als Medizin!

Beobachter I: Ja, da fahrn wir hin!!!

 

Veröffentlicht von

Jörg Auf dem Hövel (* 7. Dezember 1965) ist Politikwissenschaftler und arbeitet als freier Journalist u. a. für die Telepolis, den Spiegel und Der Freitag.

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