Rezension DJ Elbe – Sand Pauli

HanfBlatt Nr. 109

 

Kernige Hammond-Riffs treffen auf Electro-Pop, Sitar-Anmutungen auf fluffige Elektronica, satte Baselines auf die Wellenlänge eines Strandtages. Handfest-sphärisches aus der Hansestadt Hamburg. Der Mann der tausend Namen (Meyerman, Elfenmaschine, DJ Kekse), Sven Meyer vom Hamburger Hanffest, seine Bands und Projekte spülen den Sound des neuen Jahrtausends durch die Ohren. „Sand Pauli“ lässt uns im mühelos-anregendem Raum zwischen Retrospektive und Futuristik liegen lernen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Dahintreiben und trotzdem wach sein. Man kann es Mind-Elevating nennen, besser passt vielleicht „innerer Tidenhub“. Eine kuschelige Synthese aus den klassischen Instrumenten der analogen Ära und den charmantesten Sounds aus den Electro-Welten. Maritime Hamburger Contenance melangieren mit indischer Bollywood-Spiritualität und der Sanftheit eines sonnigen Gemüts. Die Scheibe klingt ein wenig so, als ob Udo Lindenberg schon in den 70er den Alkohol abgeschwört hätte und während seiner damaligen Reise nach Indien zusammen mit Hark Bohm und einem bekifften Horst Janssen für eine Jam-Session ins Studio in Bombay gegangen wäre.

 

 

Veröffentlicht von

Jörg Auf dem Hövel (* 7. Dezember 1965) ist Politikwissenschaftler und arbeitet als freier Journalist u. a. für die Telepolis, den Spiegel und Der Freitag.

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